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		<title>Grmny – Frankfurt – Part 5</title>
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		<pubDate>Wed, 27 May 2009 21:41:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hansen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich sollte man mit dem Schreiben aufhören, wenn man ein Ende gefunden und mit dem Leben abgeschlossen hat. Doch auch das ist mir egal. Also hier ein Nachschlag für meinen einsamen holländischen Fan dort draußen, der bemerkt hat, dass ein Abschluss zu meinen Blogs fehlt. Es werden so etwas wie die letzten Zuckungen sein. Dann [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=markushansen.wordpress.com&amp;blog=1248314&amp;post=4591&amp;subd=markushansen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4597" title="P25-05-09_0533" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p25-05-09_05331.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P25-05-09_0533" width="150" height="112" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4598" title="P25-05-09_2112[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p25-05-09_2112011.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P25-05-09_2112[01]" width="150" height="112" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4599" title="P25-05-09_2215[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p25-05-09_2215011.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P25-05-09_2215[01]" width="150" height="112" /></p>
<p>Eigentlich sollte man mit dem Schreiben aufhören, wenn man ein Ende gefunden und mit dem Leben abgeschlossen hat. Doch auch das ist mir egal. Also hier ein Nachschlag für meinen einsamen holländischen Fan dort draußen, der bemerkt hat, dass ein Abschluss zu meinen Blogs fehlt. Es werden so etwas wie die letzten Zuckungen sein. Dann soll gut sein und ich werde mal richtig ausschlafen.</p>
<p><span id="more-4591"></span></p>
<p>Am Morgen glaube ich, meinen Ohren nicht zu trauen. Noch bevor ich die Augen aufschlage, weiß ich, dass ich von einem Moskito umschwirrt werde. ‚Der muss in meinem Gepäck mitgekommen sein.’ Sofort mutiere ich zu einem Chamäleon, das mit unabhängig voneinander rotierenden Augen den Moskito sucht und ortet. Meine Zunge rollt sich automatisch zusammen und mein Gehirn fixiert sich auf einen winzigen Punkt im Raum. Bevor ich mir mein Frühstück mit herausschnellender Zunge hole, stehe ich auf und starre fassungslos dem unter Decke hängenden Moskito in die Augen. ‚Kaum zu glauben, dass du dich mit einem erfahrenen Moskitokiller anlegst. Ich habe tausende von deinen Vettern in die Moskitohölle befördert.’ Ich habe keine Lust, mir einen Flecken an der Decke zu holen. Dann kommt mir eine neue, geniale Methode. ‚Tja. Das Wetter schlägt um und es soll wieder kalt werden. Das dürfte dann die Sache regeln.’ Lachend gehe ich davon, während der Moskito mich anfleht, ihm den ultimativen Rettungsschlag zu geben.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4593" title="P25-05-09_0533" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p25-05-09_0533.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P25-05-09_0533" width="450" height="337" /></p>
<p>Habe mich endlich an der Uni erkundigt und werde in ein paar Tagen an einem Sprachtest teilnehmen, der für ein Anglistikstudium erforderlich ist. Es dürfte kein großer Akt werden. Mein ursprünglicher Gedanke war, etwas Einfaches nebenher zu studieren, während ich eifrig meine Bücher schreibe. Doch jetzt hat mich der Ehrgeiz gepackt und ich werde mich für Theater- und Filmwissenschaft einschreiben. Mal sehen, wie es läuft. Ich kann ja nicht ewig hier oben in der dünnen Luft Schach spielen. Also werde ich ab und zu von meinem Berg steigen und mich unter das gemeine Volk mischen, um mir den neuesten Schwachsinn über die letzten Filme anzuhören. Oder wird es umgekehrt sein? Egal. Ich werde es erleben.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4594" title="P25-05-09_2112[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p25-05-09_211201.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P25-05-09_2112[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Heute haben wir festgestellt, dass meine Reiseversicherung mit der Ankunft in Dtschlnd nicht mehr wirksam ist. Ich bin also längst nicht mehr versichert. Gut, dass ich es gewohnt bin, auf mich aufzupassen. Und sollte ich mich von einer Lokomotive umnieten lassen, wäre ich eh nicht fit für diese Welt gewesen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4595" title="P25-05-09_2144" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p25-05-09_2144.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P25-05-09_2144" width="450" height="337" /></p>
<p>Langsam stellt sich heraus, dass ich mit meinem Cell Phone in Deutschland gar nicht telefonieren kann. Der Experte im Telefonladen hat das Ding noch nie gesehen. ‚Es ist das Neueste vom Neuen. Internet ist kein Problem. 8 Megapixel Kamera mit Restlichtverstärkung.’ Der gute Mann fällt fast vom Hocker. ‚Nur telefonieren kannst du nicht damit.’ ‚Genau. Der Typ in Singapore hat mich über den Tisch gezogen.’ Als sich herausstellt, dass es nur an der Prepaid Karte liegt, bin ich nicht wirklich beruhigt, weil ich gar nicht beunruhigt war. ‚Ich wüsste gar nicht, wen ich anrufen soll.’ Vermutlich ist der Verkäufer froh, dass ich verschwunden bin, und lässt sich gerade umschulen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4596" title="P25-05-09_2215[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p25-05-09_221501.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P25-05-09_2215[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Habe zwar eine Menge zwischenzeitlich geschrieben, doch ich komme nicht wirklich mehr in meinen gewohnten Schreibrausch. Es gibt einfach zu viele Dinge zu erledigen, die mich komplett aus allem herausreißen. Ich habe keine Ahnung, wie ich dieses Problem in den Griff bekommen soll. Vielleicht bekommt es mir nicht, dass ich nun rund um die Uhr einen schnellen Internetzugang habe. Plötzlich brauche ich nichts mehr vorzubereiten, um es über ein Internetcafé in die Welt zu setzten. Mir ist übrigens aufgefallen, dass es kaum Internetcafés in Frankfurt gibt. Jeder hat wohl alles in seinen eigenen vier Wänden.</p>
<p>Während wir in einem Café sitzen, beobachten wir nur verklemmte Gestalten, die mit verkniffenen Gesichtern herumlaufen. ‚Die wirken alle wie Meister, die genau wissen, wie etwas richtig ist. Schreinermeister, Klempnermeister, Automeister. Hier gibt es nichts mehr zu lachen. Und wenn, dann wird korrekt gelacht. Wohldosiert und an der richtigen Stelle.’ Vermutlich auf ein Handzeichen hin. Ich habe den Eindruck, dass es hier niemand wagt, aus der Reihe zu fallen, damit nicht sofort auf ihm herumgehackt wird. ‚Es ist eine Gesellschaft, in der jeder den anderen kleinhält.’ Doch vielleicht liegt es auch einfach an dem Wetter. Auch ich habe meine Schwierigkeiten, die Augen offen zu halten. Doch dafür gibt es ja Sonnenbrillen. Prompt fällt man aus der Reihe. Da ich weder Lust auf Selbstzensur noch auf Selbstverstümmelung habe, kann mir das alles reichlich egal sein. Ich werde diesen verschrobenen Typen nicht die Arbeit abnehmen. Sollen sie sich an mir die Zähne ausbeißen.</p>
<p>Ich überlege, ob ich nicht Tomaten auf dem Balkon hochpäppeln sollte. Ich kann mich bereits sehen, wie ich immer wieder mal verschlafen auf den Balkon hinausschlurfe und nach meinen Babies sehe. Mit der rechten Hand tätschle ich sie, während ich in der linken Hand bereits den Salzstreuer bereithalte. Knurrt der Magen, wird der eine oder andere Kopf rollen müssen. Ab und zu fliegt ein Flieger in der Ferne vorbei und ich hebe einen müden Finger in seine Richtung, ohne hinzusehen. Weiß der Teufel, wo die Leute heutzutage überall hinfliegen. Da ich unter meinem Bademantel einen kugelrunden Bierbauch herumtrage, kann ich nicht sehen, ob ich Pantoffel trage. Ist auch egal. Ab und zu starre ich in die Ferne und versuche mich zu erinnern. Doch selbst das Kratzen am Kopf hilft nicht. Dann eben nicht. Mit langen Fingernägeln wühle ich in dem Bart eines entfernt bekannten Gesichts herum. Ich habe keine Ahnung, wie ich aussehe, und will es auch gar nicht wissen. Eigentlich müsste die ganze verdammte Prozedur wieder her. Duschen, etc. Doch der Gedanke daran macht mich bereits fertig. Ich werde eine Runde schlafen und später noch mal nach den verdammten Tomaten sehen.</p>
<p>So. Das war’s dann. Rund 1000 Buchseiten müssen reichen. Mal sehen, was ich daraus mache. Ich werde wohl einen neuen Blog eröffnen, in dem ich meine Kindheitserinnerungen und Erinnerungen an unsere vergangenen Reisen niederschreiben werde. Holland, Belgien, Dänemark, Frankreich, Schweiz, Griechenland, Türkei, Bulgarien, Mazedonien, Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien, Nepal, England, Italien, Spanien, Portugal, Dominikanische Republik, Tobago, Trinidad, Granada, Brasilien, USA, Mexiko, Hawaii, Neuseeland, Kenia, Tansania, Gambia, Senegal, Indonesien, Malediven und noch ein paar andere. Ach ja: Dtschlnd. Bis dann.</p>
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		<title>Grmny – Frankfurt – Part 4</title>
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		<pubDate>Wed, 27 May 2009 21:35:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hansen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Radio höre ich, dass jeder 8te Deutsche in und um Frankfurt herum unterhalb der Armutsgrenze lebt. Ich muss überlegen, ob das mehr als 10 Prozent sind oder weniger. Da ich es mit der Mathematik nicht habe, wird es wohl einer der vielen unbeantworteten Fragen in meinem Leben bleiben. Immer wieder höre ich das Wort [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=markushansen.wordpress.com&amp;blog=1248314&amp;post=4578&amp;subd=markushansen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4587" title="P23-05-09_0959" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p23-05-09_09591.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P23-05-09_0959" width="150" height="112" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4588" title="P23-05-09_1000" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p23-05-09_10001.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P23-05-09_1000" width="150" height="112" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4589" title="P23-05-09_1007" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p23-05-09_10071.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P23-05-09_1007" width="150" height="112" /></p>
<p>Im Radio höre ich, dass jeder 8te Deutsche in und um Frankfurt herum unterhalb der Armutsgrenze lebt. Ich muss überlegen, ob das mehr als 10 Prozent sind oder weniger. Da ich es mit der Mathematik nicht habe, wird es wohl einer der vielen unbeantworteten Fragen in meinem Leben bleiben.</p>
<p><span id="more-4578"></span></p>
<p>Immer wieder höre ich das Wort ‚Unwetter’. Eigentlich hatte ich geglaubt, dass es dieses Wort gar nicht gibt. Ich erinnere mich an meiner Schulzeit. ‚Es gibt kein Nicht-Wetter. Irgendein Wetter gibt es immer.’ Das Gleiche gilt eigentlich auch für ‚Unkosten’. Also bin ich erstaunt darüber, wie sich falsche Begriffe mit der Zeit durchsetzen. Das dümmste aller deutschen Worte ist wohl ‚Entfremdung.’ Hat da draußen schon mal jemand drüber nachgedacht? Man meint das eine und sagt genau das Gegenteil. Und alle scheinen es zu verstehen. ‚Hast du gerade nicht geblinzelt?’ Hat er nicht. ‚Nein.’ Da haben wir es wieder.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4579" title="P23-05-09_0938" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p23-05-09_0938.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P23-05-09_0938" width="450" height="337" /></p>
<p>Als ich den Fernseher einschalte, kommt mir ein Gesicht entfernt bekannt vor. Dann ist es die übertrieben einfühlsame Stimme, die den Frauen in sämtliche Ritze dringt. ‚Schleimt der sich nach all den Jahren immer noch in die Wohnzimmer der Nation ein?’ Ich kann mich nicht erinnern, ob er ein Pfarrer oder ein Psychologe ist. Vielleicht beides oder einfach nur ein Quacksalber. Ich will es gar nicht wissen und schalte gleich die ganze Kiste aus. Dann kommt mir der Name: Fliege. Klatsch. Die Sache ist erledigt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4580" title="P23-05-09_0939" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p23-05-09_0939.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P23-05-09_0939" width="450" height="337" /></p>
<p>Wir brauchen ein paar Sachen aus eBay. Also sehe ich mich im Internet um und installiere einen automatischen Bieter. Er lässt sich noch optimieren, damit er in letzter Sekunde bietet. Doch dann stellt sich heraus, dass wir auch so jede Versteigerung gewinnen. Die gute Sache darin ist, dass man während der Versteigerung nicht dabei sein muss. Die schlechte Sache daran ist, dass ich hinterher jede Menge Lauferei habe. Vielleicht sollte ich das Programm deinstallieren, damit ich wieder meine Ruhe habe.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4581" title="P23-05-09_0939[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p23-05-09_093901.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P23-05-09_0939[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Es ist eine Woche vergangen und wir gehen wieder auf den Flohmarkt, weil sich nun Inge nach einem anderen Fahrrad umsehen will. Es ist ein blauer, wolkenloser Tag. Wenn es jetzt noch 20 Grad wärmer wäre, könnte man den Tag als einen Sommertag durchgehen lassen. Wie seit Jahren gewohnt, zücke ich meinen Fotoapparat und fotografiere wild drauflos. Dort zieht gerade eine Gruppe Zigeuner vorbei. Lange nicht mehr gesehen. Inder, Moslems und seltsame Kauze in rauschenden Bärten. Dann passiert es. Ich habe bereits ein Foto von einem Moslem gemacht, der zwischen seinen Sachen sitzt, als der es endlich registriert und abwinkt. Ich zucke die Schultern. ‚Es ist bereits passiert.’ Die Sache ist für mich abgehakt und ich schlendere weiter. Doch der Typ folgt mir und bittet mich freundlich, das Foto von meinem Telefon zu löschen. Nicht, dass er Typ mir unsympathisch ist. Ich habe einfach keine Lust, mich aufhalten zu lassen. ‚Dies ist ein öffentlicher Platz. Wenn du nicht willst, dass man dich fotografiert, solltest du zumindest ein Schild hinstellen, dass du nicht fotografiert werden willst. Dann ist die Sache klar.’ Doch der Typ kommt mit seiner Religion. ‚Seit wann ist es in deiner Religion verboten, Männer zu fotografieren?’ Er beharrt darauf und wir wissen beide, dass er mich anlügt. Ein weiterer Moslem baut sich forsch vor mir auf und lässt sich kurz die Sachlage erklären. Er fordert sofort von mir, dass ich das Foto lösche. Will der mir hier ausländische Gesetze beibringen? Zu dumm, dass ich forsch auftretende Personen am liebsten in die Eier trete. ‚Was habe ich mit dir zu tun?’ ‚Wir sind zusammen.’ Ich begreife, dass sich bereits eine ganze Gruppe um uns eingefunden hat. Langsam werde ich aggressiv und vergesse, den zweiten Typen zu ignorieren. ‚Ich kann in meinem eigenem Land fotografieren, was ich will.’ ‚Aber nicht mich.’ ‚Ich habe dich gar nicht fotografiert.’ Der Mann hat sich dermaßen aufgebaut, dass er nicht mehr bemerkt, eine fremde Sache zu seiner Eigenen gemacht zu haben. Zu allem Überfluss ätzt mich ein Deutscher an, dass ich es mit ihm zu tun bekomme, wenn ich ihn fotografiere. ‚Und was habe ich mit dir zu tun?’ Er wiederholt seine Drohung und zieht knurrend davon. Ich bin mir meiner Sache sicher und schlage schulterzuckend vor, dass die Typen die Polizei rufen sollen. Ich mache Anstalten, weiterzugehen. Plötzlich packt der Obermufti mein Handgelenk hart, in der ich meine Kamera halte, und sie wäre mir beinahe aus der Hand gefallen. ‚Was soll das werden?’ Es sieht nach dem Beginn einer Schlägerei aus. Der selbsternannte Sheriff hält meine Hand weiterhin eisern fest. Ich glaube, psychopathische Züge in dem Menschen zu erkennen. Doch langsam wird mir alles egal. Noch ein paar Sekunden und dann kann alles passieren. Ich reiße mich los und bin bereit. Die Leute um uns herum weichen bereits zurück. Ich atme einmal tief durch und sage dem belämmert danebenstehenden Heini, dass er mit in den Schatten kommen soll. Ich will nun sein Foto nicht mehr auf meiner Speicherkarte haben und werde es löschen. Ich will die Sache vom Tisch haben, endlich weitergehen und den Tag genießen. Ich kann den Obermufti mit anderen lachen hören. Im Schatten stellt sich heraus, dass der Typ ein Marokkaner ist. ‚Ich war ein halbes Jahr in Marokko. Ein schönes Land. Nette Leute. Und du kannst mir nicht erklären, dass es gegen eure Religion ist, fotografiert zu werden. Du machst dich doch nur wichtig.’ Endlich ist das Foto vom Apparat und ich gehe weiter. ‚Leck mich am Arsch.’ Der Typ spukt Gift und Galle hinter mir her. Gut, dass ich kein Marokkanisch verstehe. Es gibt eben auch solche Ausländer.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4582" title="P23-05-09_0942[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p23-05-09_094201.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P23-05-09_0942[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Zuhause lässt es mir dann doch keine Ruhe. Ich will die rechtliche Lage nun unbedingt wissen. Kaum die richtigen Suchwörter eingetippt, habe ich auch schon eine Erklärung. Die bereits gestellte Frage bezieht sich auf das Fotografieren in der Öffentlichkeit, insbesondere, auf dabei fotografierte Personen. Die Antwort windet sich ein wenig. Es geht um die Veröffentlichung. Ein einmaliges Zeigen von Fotos an eine Gruppe von 20 Personen gilt bereits als eine Veröffentlichung und bedarf der Einwilligung der Personen auf dem Foto. Obwohl ich nichts veröffentlich will, bin ich reichlich verwirrt. Dann wird erklärt, dass die Rechtslage sich in einer Grauzone befindet. Die Urteile können von Land zu Land unterschiedlich ausfallen. Na toll. Vielleicht sollte man die Programme, die Geldtransfer leisten, nach dem gleichen Prinzip schreiben. Das dürfte dann etliche Juristen aufwecken, wenn sie ihr Geld vermissen. Doch weiter zu meiner kleinen Recherche. Der Artikel endet mit dem lapidaren Satz, dass im Zweifelsfall davon ausgegangen werden kann, dass die Zustimmung der auf den Fotos abgebildeten Personen vorliegen muss. Verdammt. Irgendetwas stimmt hier nicht. Erst als ich einen weiteren Artikel zu diesem Thema finde, wird meine geistige Blockade aufgehoben. Das Gesetz zum Fotografieren in der Öffentlichkeit wurde am 6. August 2004 geändert. Bis dahin war das bloße Erstellen eines Fotos, ohne es zu veröffentlichen, in der Öffentlichkeit nicht verboten. Das hat sich seither gründlich geändert. Mir dreht sich der Magen bei dem Gedanken um, dass ich in einer Gesellschaft lebe, wo jeder den anderen eh klein hält. Nun wird diese Haltung auch noch durch das Verhindern von Fotografieren in der Öffentlichkeit gefördert. Vermutlich lebe ich bereits in einer Gesellschaft, in der sich jeder gegenseitig bespitzelt, ohne dass ich es bisher begriffen habe. Na gut. Ich muss ja nicht alles wahrnehmen. Es reicht mir, wenn ich Frankfurt dazu benutze, um wieder zu studieren. Sollen sich die anderen gegenseitig zensieren, wie sie lustig sind. Doch ich muss lachend den Kopf schütteln, dass der Obermufti anscheinend sehr genau wusste, was er tat. Wieder einmal stelle ich fest, dass man an Ausländern das deutsche Verhalten noch deutlicher sehen kann als an den Deutschen selbst. Ich brauche nun nicht mehr nachsehen, ob in Deutschland das bloße Festhalten eines Handgelenks der Beginn einer Schlägerei ist. Der selbsternannte Sheriff wird vermutlich genau wissen, dass es das nicht ist. Da habe ich wohl gleich zwei Sachen an einem Tag dazugelernt. Ich bin wieder in Deutschland, im Land der negierenden Denkweise. In der Demokratie der Ängstlichen. Na wunderbar. Zum ersten Mal fällt mir auf, dass niemand in der Stadt fotografiert. Dahinten zuckt ein verirrter Japaner verstohlen seine Kamera. Er hat vermutlich einen Entzug. Der Rest seiner Reisegruppe hat sich wohl eine Vollnarkose verpassen lassen, bis er aus diesem Land ausgeflogen wird.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4583" title="P23-05-09_0959" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p23-05-09_0959.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P23-05-09_0959" width="450" height="337" /></p>
<p>Gerade bin ich dabei, im Internet einen kleinen Perversling beim Schach zu plätten, als ein schriller Feueralarm losgeht. Inge funkt auch noch dazwischen. ‚Ich glaube, es brennt.’ ‚Lass mich in Ruhe, ich habe noch 37 Sekunden, dann ist er platt.’ Das ist verdammt lange und es kann noch viel passieren. Eines ergibt das andere und nichts kommt nacheinander. Die Ereignisse überschlagen sich und exakte 27 Sekunden später bin ich matt. ‚Verdammt. Es kommt immer alles zusammen.’ Ich kann den verdammten Perversling am anderen Ende der Internetverbindung laut lachen hören. Dann wird es Zeit, die Menschheit vor verheerenden Feuersbrünsten zu retten. ‚Hast du meinen Umhang gesehen?’ ‚Der mit dem spiegelverkehrten Fragezeichen auf der Brust und dem blöden Gardinenvorhang?’ Müde sehe ich durchs Fenster in den fernen Horizont hinein, bis ich an nichts mehr denken kann. Der graue Alltag hat mich wieder eingeholt. Also gut. Da es im Aufzug mächtig rumort, hoppeln wir die Feuertreppe hinunter und schon kommt uns die Feuerwehr entgegen. Es riecht sogar nach einem Schwellbrand. ‚Hey Jungs. Ich glaube eurer Aschenbrecher kokelt.’ Es gibt wohl keine strafenderen Blicke, als die einer Horde junger Feuerwehrmänner, die sich endlich in die Flammen stürzen wollen. ‚Jungs, ihr werdet wohl noch ein wenig warten müssen, bis es soweit ist.’ Kurze Zeit später ist der Schwellbrand im Abfalleimer gelöscht. ‚Wieder ein lascher Sonntag für die Feuerwehr.’ ‚Das wird kosten. Die kommen nicht umsonst hierher.’ ‚Das Schachspiel hat mich auch gekostet. Ich bin in meinen Punkten abgefallen.’ Ich bin entsetzt, dass sich nur ungefähr 10 Personen bemüht haben, auf die Strasse hinauszugehen. ‚Ich glaube, es läuft gerade Formel 1.’ Dort hechelt nun eine ganz neue Generation von Rennfahrer über den Bildschirm, deren Namen ich mir gar nicht erst merken werde. ‚Was ist eigentlich aus dem Autofahrer der Nation geworden?’ Vermutlich verheizt er nun eine Carrera Bahn nach der anderen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4584" title="P23-05-09_1000" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p23-05-09_1000.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P23-05-09_1000" width="450" height="337" /></p>
<p>Ins große Musikinstrumentengeschäft am Ende der Hanauer Landstrasse. Es ist entschieden zu weit. Dort quellen mir die Gitarren hundertfach entgegen. ‚Wer soll die alle spielen?’ Ich kann die spasmodischen Finger und die mitspielenden Zungen bereits zucken sehen. Meine erste Suche gilt der Stratocaster, und das sind sie auch schon. Ich stutze, weil sie nicht nur stark gebraucht aussehen, sondern beinahe so stark abgenutzt, dass ich mich frage, ob die überhaupt noch zu etwas anderem nützlich sind, außer im Partykeller für gealterte Jungs herumzuhängen. Doch bei näherer Betrachtung stelle ich fest, dass es neue Gitarren sind, die auf ‚erfahren’ gestylt sind. Ähnlich der stone washed Jeans. Beim Anblick der Preise erblinde ich kurzzeitig. ‚Wen interessiert es schon? Für Musik braucht man die Augen ja nicht.’ Als ich meine Sehkraft langsam wiedererlange, wirkt der Laden irgendwie bedrohlich. Hier gibt es nichts unter 1000 Euros. Ein paar Verkäufer stehen bereits in den Startlöchern, um mir gleich ein paar von diesen Monstern aufzudrängen. ‚Ja ja. Alles wirklich sehr nett hier. Ich komme wieder, wenn ihr die Konkursmasse verscherbelt.’</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4585" title="P23-05-09_1007" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p23-05-09_1007.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P23-05-09_1007" width="450" height="337" /></p>
<p>Also kaufe ich mir irgendwo eine elektrische Gitarre für 100 Euros. Die tut es auch. Ich hatte die Gleiche in Weiß, jetzt ist sie in Schwarz. Vielleicht klappt es ja jetzt mit dem Spielen. Die Nachbarn wissen noch gar nicht, was auf sie zukommt. Bei uns werden wohl bald ein paar Wohnungen frei. Vielleicht ist ja etwas Günstiges darunter.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4586" title="P23-05-09_1007[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p23-05-09_100701.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P23-05-09_1007[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Zu meinem Erstaunen kann ich Guitarre spielen. Es hat nur 35 Jahre lang gedauert, dann plötzlich ist es da, als wenn ich damit auf die Welt gekommen wäre. Also schmeiße ich gleich alle meine guten Vorsätze über den Haufen und spiele Gitarre. Die Tage verschmelzen zu einem großen Gitarrentag. Zwischendurch muss ich mal etwas essen und schlafen. Irgendwann muss ich mal nachsehen, ob Inge überhaupt noch hier wohnt. Meinen kleinen Finger kann ich nicht gebrauchen, weil er wohl angebrochen ist. Vermutlich hat der mich die ganzen Jahrzehnte behindert.</p>
<p>Große Überraschung. Cedric schreibt in einem Kommentar, dass sich meine Blogs ein wenig wie Albert Camus ‚ L&#8217;Étranger’ lesen. Tja. Habe das Buch vor 2 Monaten in Singapore am Straßenrand gekauft und immer wieder mal darin gelesen. Seit 2 Wochen liegt es neben mir auf dem Schreibtisch, damit es mich daran erinnert, es zu Ende zu lesen. Jetzt ist es meine Mausunterlage geworden und somit das meist übersehendste Objekt in meinem Arbeitszimmer. Vor lauter Schreiben habe ich keine Zeit mehr zu lesen.</p>
<p>Nächste Woche mache ich den Eignungstest für Anglistik, dann geht’s im Wintersemester zur Uni. Es wird mein Gehirn mal wieder etwas in Schwung bringen. Der Bierbauch ist wieder da und wird wohl auch bleiben.</p>
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		<title>Grmny – Frankfurt – Part 3</title>
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		<pubDate>Wed, 27 May 2009 21:26:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hansen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[‚Bis Donnerstag soll es 30 Grad werden.’ Sofort beginne ich, zu kalkulieren. Heute ist Montag. Bis Donnerstag sind es etwas über 3 Tage. Das macht 10 Grad pro Tag. Die deutsche Denkweise hat mich wieder. ‚Ich werde mein Angoraunterhemd wieder anziehen.’ Ich will gar nicht wissen, welche Jahreszeit wir haben. Real oder gefühlt. Ich stelle [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=markushansen.wordpress.com&amp;blog=1248314&amp;post=4566&amp;subd=markushansen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4576" title="P18-05-09_2137" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p18-05-09_21371.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P18-05-09_2137" width="150" height="112" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4574" title="P21-05-09_1617[02]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p21-05-09_1617021.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P21-05-09_1617[02]" width="150" height="112" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4575" title="P21-05-09_1802" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p21-05-09_18021.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P21-05-09_1802" width="150" height="112" /></p>
<p>‚Bis Donnerstag soll es 30 Grad werden.’ Sofort beginne ich, zu kalkulieren. Heute ist Montag. Bis Donnerstag sind es etwas über 3 Tage. Das macht 10 Grad pro Tag. Die deutsche Denkweise hat mich wieder. ‚Ich werde mein Angoraunterhemd wieder anziehen.’ Ich will gar nicht wissen, welche Jahreszeit wir haben. Real oder gefühlt. Ich stelle mir einfach vor, in Kota Kinabalu zum Kokoshändler zu gehen, mich blinzelnd an den kleinen Tisch zu setzen und mir einen Sonnenbrand zu holen.</p>
<p><span id="more-4566"></span></p>
<p>Endlich habe ich mir ein Fahrrad gekauft. Es hakt überall, doch ich bin wieder mobil. Jetzt fahre ich jeden Tag ins Frankfurter Stadtzentrum und versuche mich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Die schrägen Strassen machen mich reichlich verrückt und ich weiß nie genau, wo ich bin. Gut, dass ich es gewohnt bin, nach Himmelsrichtung zu fahren.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4567" title="P18-05-09_2137" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p18-05-09_2137.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P18-05-09_2137" width="450" height="337" /></p>
<p>Hier in der Anlage läuft ein nackter Typ herum. Vielleicht ist er ja der einzige Helle und wir sind alle nicht dicht. Ich kann es mir schlecht vorstellen, wie man in diesem Klima splitternackt herumlaufen kann. Doch ich kann mir ausmalen, wie es sein wird, wenn er mir über den Weg laufen sollte. ‚Mann, da frieren mir ja die Eier ein, wenn ich dich sehe.’ Hoffentlich verklagt er mich dann nicht. Doch Inge sagt mir, dass er langsam ins Alter kommt und einen Bierbauch entwickelt. Das dürfte dann einiges in Vergessenheit geraten lassen. ‚Mann, zieh dir wenigstens Schuhe an, sonst bekomme ich eine Erkältung.’</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4568" title="P21-05-09_1537" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p21-05-09_1537.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P21-05-09_1537" width="450" height="337" /></p>
<p>Bereits beim Frühstücksfernsehen dreht sich mir alles um. Ich kann das dümmliche Getratsche nicht hören. Dann stelle ich fest, dass es sich bis zum späten Abend so hält. Erst die Nachrichten auf BBC sorgen für etwas Linderung meiner Schmerzen. Dort werde ich über die neuesten Bluttaten und die aktuellen Skandale informiert.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4569" title="P21-05-09_1538[03]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p21-05-09_153803.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P21-05-09_1538[03]" width="450" height="337" /></p>
<p>Im Supermarkt überhöre ich ein älteres Pärchen. ‚Sieh mal einer an. Deutsche.’ Ich muss mich erst noch daran gewöhnen, dass hier fast alle mehr oder weniger deutsch reden. Der Einkauf sieht so aus: Milchreis, Kirschen, sauren Gurken, Knoblauch, Schaumerdbeeren, Mandeln, zwei Tage lang Übelkeit. War wohl eine Mandel zu viel.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4570" title="P21-05-09_1539[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p21-05-09_153901.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P21-05-09_1539[01]" width="408" height="544" /></p>
<p>Bei gutem Wetter ist Frankfurt gar nicht so übel. Man muss sich nur die verklemmten Gestalten wegdenken, die wie aufgezogene Spielzeugautos herumrennen. Auf die Sprachfehler muss man viel Rücksicht nehmen. ‚Ei. Da muhs isch widder figge. Da muhs isch amal sähn.’ Manchmal bin ich versucht, die Leute auf Kölsch anzureden, doch ich habe einfach keine Missionarsader. Da müssen andere ran.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4571" title="P21-05-09_1617[02]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p21-05-09_161702.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P21-05-09_1617[02]" width="450" height="337" /></p>
<p>Im Fernsehen läuft das Finale des Mannequinwettbewerbs. Es gibt nichts Wichtigeres auf dem Planeten. Die Frauen loben sich gegenseitig in den Himmel und vergessen alles um sich herum. ‚Du bist so toll. Und ich bin auch so toll. Sind wir nicht alle toll.’ So geht das endlos weiter. Ich frage mich gerade, wie viel Millionen Frauengehirne gerade ausgesetzt haben und etliche davon wohl nicht mehr in die Gänge kommen werden.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4572" title="P21-05-09_1618" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p21-05-09_1618.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P21-05-09_1618" width="450" height="337" /></p>
<p>Einer der beruhigendsten Aktionen ist, nachzusehen, wer alles in der Zwischenzeit verstorben ist. Dann weiß man dann, dass man noch unter den Lebenden ist. Eine Schauspielerin, von der ich noch nie gehört habe. Der älteste Sohn von Marlon Brando. Marilyn Monroe. Endlich weiß ich, dass Montgomery Clift gestorben ist. Am Ende der Liste angekommen, frage ich mich, warum ich nun ausgerechnet den Tod dieser Personen lesen musste. Doch dann ist es irgendwie egal. Es geht in der allgemeinen Suppe des Frühstücksfernsehens bis weit nach Mitternacht unter. Ich brauche noch mehr von diesen unnützen Informationen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4573" title="P21-05-09_1802" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p21-05-09_1802.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P21-05-09_1802" width="450" height="337" /></p>
<p>In der Küche starre ich auf einer Fliege an der Wand. Ich traue meinen Augen kaum. In Asien bin ich zum routinierten Fliegenkiller geworden. Doch jetzt ziehe ich ernsthaft in Erwägung, diese Fliege als mein Haustier zu behalten. Ich werde sie mir erziehen. Nicht nur, dass sie artig beim Frühstück auf ihrem Platz sitzen bleiben und Männchen machen wird, ich werde ihr auch ein paar Vokabeln beibringen. Wie in den guten alten Zeiten des Great Empires. Ich werde ihr selbstredend nur das beibringen, was mir nützlich ist und mein Leben angenehmer macht. Mathematik, Steuererklärungen, Telefonieren. Ich muss schließlich an mein Cricket, Polo und ans Golfen denken. Ich kann mich längst nicht mehr um alles kümmern. Es ist verdammt anstrengend, das ganze Empire auf einmal zu regieren.</p>
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		<title>Grmny – Frankfurt – Part 2</title>
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		<pubDate>Wed, 27 May 2009 21:15:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hansen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier in Frankfurt gibt’s auch den Rhein. Weil die Hessen alle schwere Sprachfehler haben, oder angetrunken die Worte aus sich herausquellen lassen, oder beides, hört es sich an wie ‚Wmrheijn’. Irgendein Professor hat den Hessen wohl verordnet, den Rhein als Main zu schreiben, um sich abzugrenzen und aus therapeutischen Gründen ein wenig aufmüpfig zu sein. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=markushansen.wordpress.com&amp;blog=1248314&amp;post=4564&amp;subd=markushansen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier in Frankfurt gibt’s auch den Rhein. Weil die Hessen alle schwere Sprachfehler haben, oder angetrunken die Worte aus sich herausquellen lassen, oder beides, hört es sich an wie ‚Wmrheijn’. Irgendein Professor hat den Hessen wohl verordnet, den Rhein als Main zu schreiben, um sich abzugrenzen und aus therapeutischen Gründen ein wenig aufmüpfig zu sein. Was sie auch brav tun. Jetzt müssen sie nur noch lernen, dass Frankfurt eigentlich ein Vorort von Köln ist und dann ist gut. Auch das wird wohl noch ein paar Generationen dauern, so wie ich die Lage einschätze.</p>
<p><span id="more-4564"></span></p>
<p>Auf dem Weg durch die Stadt komme ich an zwei musizierenden Zigeunern vorbei. Der Akkordeonspieler spielt wie der Teufel alles rauf und runter, während der Gitarrist gelangweilt dazuspielt, als wenn er sich hinterm Ohr kratzen würde. Als ich ihn ansehe, nickt er mir beflissen zu. Ich winke aufmunternd zurück. Das ist viel billiger.</p>
<p>Am meisten bin ich hier von dem vielen Platz beeindruckt. Es gibt so viel Platz auf den Gehwegen, wie in ganz Asien nicht. Die Straßen sind im Vergleich zu Asien leergefegt. Vermutlich können sich die Leute immer weniger erlauben herumzukurven. Das schafft noch mehr Platz. Doch auch in den Supermärkten und in den großen Läden staune ich über den Bewegungsfreiraum. Hier wäre in Asien alles, bis auf eine Fußbreite, alles gnadenlos zugestellt worden.</p>
<p>Die erste Woche bin ich so müde wie noch nie in meinem Leben. ‚Das ist der Tag, an dem er nur noch gähnte und plötzlich verstarb.’ Wir leben jetzt im 16ten Stockwerk und blicken über ganz Frankfurt. Ich hätte nicht gedacht, dass es jeden Tag anders aussieht. Doch so ist es.</p>
<p>Natürlich hat Inge überall ihre Baustellen eröffnet. Ich versuche es, so gut es geht, zu ignorieren, doch dann muss ich ran. Bevor ich eine geschlossen habe, tauchen bereits die Nächsten auf. Gut, dass ich durch die Arbeitswelt abgebrüht bin. Einmal etwas richtig fasch machen, und ich brauche nie wieder etwas anpacken.</p>
<p>Ich nehme mir vor, mir jeden Tag etwas Neues von Frankfurt anzusehen, doch ich komme zu nichts. Es muss nicht unbedingt mit Inge zusammenhängen, doch die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß. Ich habe so viel Arbeit vor mir, dass ich gar nicht weiß, wo ich zuerst hinpacken soll. Dann bin ich mehrere Tage damit beschäftigt, den Computer wieder aufzubauen, Treiber und Software zu installieren. Kaum fällt mir nichts mehr ein, drückt mir Inge einen elektrischen Schraubenzieher in die Hand. Ich ahne, dass, wenn das so weitergeht, ich bald in einem blauen Kittel durch die Gegend laufe und mich jeder Hausmeister nennt. ‚Nenn mich Meister, du kleine Schwuchtel.’ Das dürfte die Meisten abschrecken. Dann muss ich mir nur noch einfallen lassen, wie ich die Perversos vom Hals bekomme.</p>
<p>Ich stehe extra früh auf, um auf dem wöchentlichen Flohmarkt ein Fahrrad zu kaufen und schlendere in der klirrenden Morgenkälte zum Main runter. Dort stehen zwar alle erdenklichen Fahrräder herum, doch die sind alle angekettet. Der Fahrradkauf fällt aus mangels Flohmarkt. Wieder zurück auf meiner privaten Intensivstation ist Inge davon überzeugt, dass ich an der faschen Stelle am Main gewesen sein muss. ‚Ein wöchentlicher Flohmarkt kann nicht einfach nicht da sein.’ Ein schneller Blick ins Internet ergibt, dass der Flohmarkt jede Woche zwischen zwei Standorten pendelt. Der Tag ist bereits für mich kaputt. Schnell ein paar Schmerztabletten reingepfiffen und die Sauerstoffmaske aufgesetzt.</p>
<p>Gegen Mittag fahren wir dann doch noch auf den verschwundenen Flohmarkt, wo ich mir gleich ein Mountainbike für 35 Euros kaufe. Ich muss es noch richtig einstellen. Doch für den Preis hätte ich in ganz Asien nichts Vergleichbares bekommen. Erst jetzt fällt mir auf, dass es die alltäglichen Kleinigkeiten sind, die in Asien so extrem billig ist. Sobald man sich dort etwas Qualität leisten will, kommt es sehr viel teurer als in Deutschland. Als ich mein Fahrrad kaufe, frage ich zaghaft, ob ich in Zukunft Rabatt bekomme, wenn ich es bei ihm wieder kaufen sollte. Der gute Mann versteht mich nicht. Ich werde es drauf ankommen lassen müssen. Wir werden es erleben.</p>
<p>Der Flohmarkt ist die Hochburg der Türken, Russen und Polen. Hier wird so gut wie kein Deutsch mehr gesprochen und hier wird um jeden Euro gefeilscht. 5 Bohrmaschinen für Marokko sollen für insgesamt 10 Euros weggehen. Da sie vermutlich alle durchgebrannt sind, sind sie ideal für die entlegen Ecken, wo es keinen Strom gibt. Doch der Gedanke lässt mich nicht in Ruhe, wofür man die Bohrmaschinen zweckentfremden könnte. Vielleicht sollte ich mich mit defekten Bohrmaschinen eindecken, bis es mir kommt.</p>
<p>Auf dem Fahrrad ist es so kalt, dass ich fast überschnappe. An meinem Schnauzer müssen Eiszapfen hängen und mein Gehirn dürfte nun einen weiteren großen Riss haben. Inge versucht, mich zu beruhigen. ‚Ab morgen soll es keinen Frost mehr geben.’ Es beruhigt mich nicht. ‚Wir haben Mitte Mai.’ Meine Stimme kommt von weit her. Als wenn es von dem Typ ist, der neben mir steht. Ihr wisst schon. Das alte Ego, wie es noch in den 80er Jahren in Deutschland übersetzt wurde.</p>
<p>So. Morgen werde ich mal zur Uni fahren und mich erkundigen, was sich so machen lässt. Da ich keine Lust auf schwierige Sachen habe, werden nur Kunst und Anglistik in Frage kommen. Mal sehen, wie es laufen wird.</p>
<p>Habe noch keine Fotos von Frankfurt gemacht. Doch man kann es sich leicht vorstellen. Man starre auf ein graues Stück Tapete und schon kommen einem die farblosen Bilder entgegengeflogen. Eine graue Zimmerdecke tut’s auch. ‚Ist das ungelöschter Kalk in meinen Augen?’ ‚Nein. Das ist die Frankfurter Skyline.’</p>
<p>Man braucht nur eine halben Tag durch die Frankfurter Innenstadt zu gehen, um die kaputtesten Gestalten zu sehen. Damit meine ich nicht unbedingt die an der Bierflasche hängenden Penner. Einige von ihnen dürften Banker oder Ähnliches sein.</p>
<p>Die Luft hier oben ist verdammt dünn. Wenn ich auf dem Balkon stehe, fühle ich mich bereits wie der österreichische Alpenheini, dessen Namen ich längst vergessen habe. Doch ich komme in das Alter, in dem ich eine Sauerstoffmaske brauche. Am Besten gleich ein Sauerstoffzelt mit ein paar Krankenschwestern. ‚Wer ist da? Der Vorstand der deutschen Bank? Schmeiß ihn raus. Ich will Möpse sehen.’</p>
<p>Während ich auf der Strasse mein Fahrrad tune, laufen ein paar Zigeuner an mir vorbei und sehen mich eindringlich an. Ich verstehe. Ich muss wohl bald mit dicken Goldketten und Klunkern an den Finger herumlaufen, um Eindruck zu machen. Ich werde mir eine dunkle Sonnenbrille und einen Nerz zulegen müssen. Wegen der Sonne. Die Sonnenbrille. Ich brauche jede Menge Goldzähne. Ein paar Klappmesser und eine Knarre. Dann brauche ich noch einen schweren Mercedes. Nicht einfach, sich in Deutschland zu behaupten. Doch kurz darauf ahne ich, dass die Blicke wahrscheinlich meinem Fahrrad gegolten haben. Ich werde mir ein gutes Schloss besorgen müssen.</p>
<p>Die Israelis lassen sich vom Papst absegnen. Es wirkt wie eine große PR-Show. Gut, dass ich kein Katholik bin. Die plötzliche Nähe der Israelis zur katholischen Kirche wäre mir verdammt peinlich, besonders nach dem letzten Überfall auf die Palästinenser. Ich frage mich automatisch, wie viel der Papst für seine Auftritt bekommen hat. Damit dürfte er die Nummer 1 im Showgeschäft sein.</p>
<p>Obama beginnt, den Realitäten des amerikanischen Militärs ins Auge zu sehen. Natürlich kann er sich darauf berufen, dass er während der Wahl die Realitäten so nicht gekannt hatte. Doch es ist unglaublich billig, alles mit der nationalen Sicherheit und dem Schutz amerikanischer Soldaten zu begründen. Die neuen Foltermethoden sollen nicht veröffentlicht werden? Ohne Folter würde es die Fotos nicht geben. Ich kann es nicht mehr hören, wie die Amerikaner der Welt versuchen einzuhämmern, dass die neuere Geschichte mit dem 11. September beginnt.</p>
<p>Kaum schalte ich den Fernseher ein, läuft mir Schwabbelbacke Merkel mit wässrigen Augen über den Weg. In dem Bericht wird sie als ein Machtmensch gezeichnet, der nichts unternimmt, was seiner Position schaden könnte. Die deutsche Regierung braucht mehr von diesen Typen. Die können sich dann Jahr aus Jahr ein um ihre Positionen kümmern und wir verbuchen es unter Beschäftigungstherapie.</p>
<p>Im Großhandel beobachte ich einen dicken Frankfurter, der wie ein gealterter und aufgedunsener Student aus den 70er Jahren aussieht. Vielleicht sind es seine langen, ausgedünnten und angenagten Haare. Ich habe den Endruck, dass er den alten Damen aus der Nachbarschaft die großen Geräte besorgt und installiert. Und mit der Zeit hat sich sein Aussehen den alten Damen angepasst. Er schnappt sich eine Schubkarre und eine Waschmaschine und schlendert davon. Es wäre nicht der erste dreiste Diebstahl. Im Vorbeigehen sagt er zu einem Verkäufer ‚da muss aber noch ein anderes Preisschild drauf.’ ‚Ja ja ja. Bevor du das wieder selber machst.’ Draußen sehe ich ihn dann wieder, wie er die Waschmaschine in seinen verbeulten Lieferwagen hievt und mit einer älteren Dame verhandelt. Der Typ ist ein offenes Buch für mich. Ich könnte ihm auf dem Kopf zusagen, welche Musik er immer noch hört.</p>
<p>So. Langsam habe ich meinen Computer eingerichtet und eine elektrische Gitarre muss her. Ich ertappe mich nun jeden Tag, dass ich mich nach einer umsehe.</p>
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		<title>Grmny – Frankfurt – Part 1</title>
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		<pubDate>Wed, 27 May 2009 21:12:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hansen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich in Frankfurt ankomme, ist natürlich gerade der beste April seit 140 Jahren vorbei. Es nieselt, es ist kalt und alles ist grau in grau. ‚Endlich kann ich mal abkühlen. Hier kann man sich ernsthaft konzentrieren, weil man nicht durch bunte Farben abgelenkt werden kann.’ Ich bin entschlossen, mir die Finger blutig zu schreiben. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=markushansen.wordpress.com&amp;blog=1248314&amp;post=4551&amp;subd=markushansen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4559" title="P11-05-09_2140" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p11-05-09_21401.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P11-05-09_2140" width="150" height="112" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4560" title="P11-05-09_2140[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p11-05-09_2140011.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P11-05-09_2140[01]" width="150" height="112" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4562" title="P13-05-09_1439" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p13-05-09_14392.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P13-05-09_1439" width="150" height="112" /></p>
<p>Als ich in Frankfurt ankomme, ist natürlich gerade der beste April seit 140 Jahren vorbei. Es nieselt, es ist kalt und alles ist grau in grau. ‚Endlich kann ich mal abkühlen. Hier kann man sich ernsthaft konzentrieren, weil man nicht durch bunte Farben abgelenkt werden kann.’ Ich bin entschlossen, mir die Finger blutig zu schreiben.</p>
<p><span id="more-4551"></span></p>
<p>Inges Wohnung ist tatsächlich besser, als ich geglaubt hatte. Man kann über den größten Teil Frankfurts sehen. Es ist wirklich wie beim Paragliden, wenn man auf der Stelle schwebt. ‚Endlich kann ich nicht abstürzen. Es wurde auch verdammt lästig.’ Ich habe so große Schmerzen in meinem linken Arm, dass ich kaum weiß, was ich tue. Inge überlässt mir den großen Schreibtisch, doch ich kann mit meinem Arm kaum schreiben. Hoffentlich wird es wieder.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4552" title="P11-05-09_2140" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p11-05-09_2140.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P11-05-09_2140" width="450" height="337" /></p>
<p>Am ersten Tag bin ich vollkommen berappelt. Ich gehe gleich in die Innenstadt, um mich müde zu laufen. Zufällig stoße ich auf eine neue Shopping Mall und bin reichlich verwirrt. ‚Wo kommt die den plötzlich her?’ Das Glasdach sieht reichlich eingefallen aus. Die Rolltreppen laufen kreuz und quer. Der Architekt muss das Ding im Delirium in einem ausgespuckten Kaugummi gesehen haben. Wenn man einmal drinnen ist, wird es dann doch interessant. Im Gebäude. Alles, was ich wirklich will, ist, meine Schlappen von den Füssen zu bekommen und endlich wieder richtige Bergschuhe zu tragen. Die suche ich dann den restlichen Tag lang und finde sie natürlich nicht. Kurz vor Ladenschluss stoße ich dann ein großes Sportgeschäft, doch da bin ich dann zu müde, um ein Paar zu kaufen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4553" title="P11-05-09_2140[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p11-05-09_214001.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P11-05-09_2140[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Die Innenstadt ist die reinste Muppet Show. Hier gibt es alles, was die Fantasie nicht mehr hergibt. Seltsamerweise fallen einem die heruntergekommenen Gestalten am meisten auf. Sie sind damit beschäftigt, sich selber mit Alkohol zu quälen. Andere sehen aus, als wenn sie ihr ganzes Leben lang am Verschimmeln wären. Doch nach Asien bedeutet das alles kaum etwas. Uns allen geht es hier mehr oder weniger gut. Man muss nur lernen, sich von den Medien nicht zuschütten und verunsichern zu lassen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4554" title="P13-05-09_1437" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p13-05-09_1437.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P13-05-09_1437" width="450" height="337" /></p>
<p>Worauf ich mich am meisten gefreut hatte, waren Mohnbrötchen mit Butter. Ich bin eben ein einfach gestrickter Mensch. Doch zu meinem eigenen Erstaunen sind es dann die groß gewachsenen Frauen, die hier in Frankfurt herumlaufen, die mich am meisten faszinieren. Es ist eben das, was ich seit Australien nicht mehr zu Gesicht bekommen habe.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4555" title="P13-05-09_1437[02]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p13-05-09_143702.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P13-05-09_1437[02]" width="408" height="544" /></p>
<p>Am nächsten Tag ist mein einziges Ziel, richtige Bergschuhe zu finden und zu kaufen. Auf dem Weg in die Innenstadt stolpern wir über einen großen Flohmarkt am Main. Ich sehe mich gleich nach einem Mountainbike um. Der Preis geht sofort von 30 auf 25 Euros runter. Vermutlich könnte ich es auch für 15 haben. Die Jungs scheinen sich ihrer Sache sicher zu sein, dass das Fahrrad bald wieder hier verkauft wird.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4556" title="P13-05-09_1438" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p13-05-09_1438.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P13-05-09_1438" width="450" height="337" /></p>
<p>Auf einer Brücke räkelt sich eine Frau in Hot Pants und Stilettos auf einem Motorrad. Sie wird von einer anderen Frau fotografiert. Der Motorradfahrer steht unbeholfen abseits, als wenn er nicht dazugehören würde. Je näher ich komme, desto klarer kann ich erkennen, dass die Frau auf dem Motorrad unten herum wie eine 16 Jährige aussieht, doch oben herum wie eine 60 Jährige. Ich komme aus dem Staunen nicht raus und vergesse, ein Foto davon zu machen. Die gute Frau sollte sich schnell etwas überziehen, bevor sie eine Erkältung bekommt und im Altersheim vor sich herröchelt. Inge wartet ungeduldig an der nächsten Kreuzung auf mich.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4557" title="P13-05-09_1438[02]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p13-05-09_143802.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P13-05-09_1438[02]" width="450" height="337" /></p>
<p>Wir fahren zu einem Spezialladen für Trekking Sachen. Dort gibt es meine alten Bergschuhe. Nur die Farbe will ich nicht. Als ich sie dann an den Füssen habe, ist es fantastisch. ‚Nach 4 Jahren Sandalen endlich wieder richtig Schuhe an den Füssen.’ Es stimmt zwar nicht ganz, doch es ist egal. Meine Schuhe werden bestellt und ich kann es kaum erwarten, bis ich sie an den Füssen habe.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4558" title="P13-05-09_1439" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p13-05-09_1439.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P13-05-09_1439" width="450" height="337" /></p>
<p>Mann Mann Mann. Da stehe ich mit Inge gelangweilt am Aufzug, als zwei Russinnen ankommen. Vermutlich Mutter mit Tochter. Die Mutter sieht und bucht mich gleich. Ihre Tochter ist entsetzt. Im Aufzug habe ich keine Fluchtmöglichkeit mehr. Die beiden diskutieren heftigst auf Russisch, wie sie mich flachlegen werden. Die Mutter will einen Marathon daraus machen. Die Tochter reißt die Augen weit auf. ‚Was, mit dem? Der ist doch zu alt.’ ‚Den mache ich fertig. So gesund wie er jetzt aussieht, wird er nie mehr sein.’ ‚Das meinst du nicht Ernst.’ ‚Das ist genau der Richtige. Na ja. Der oder ein anderer.’ ‚Kannst du dich nicht ein wenig beherrschen?’ ‚Ach was. Ich will …’ Gut, dass ich kein Russisch verstehe. Doch meine Fantasie rennt mit mir davon und ich muss lachen. Allen ist es peinlich, nur mir nicht. Als die zwei Russinnen den Aufzug verlassen, bin ich mir nicht sicher, ob sie nicht bereits über ein alternatives Opfer diskutieren. Vermutlich den Hausmeister. Ich habe ihn schon gesehen. Der läuft auf dem letzten Zahnfleisch herum und kann nur noch an Schlaf denken. Vermutlich gibt es noch mehr Russinnen im Haus. Soll mir Recht sein.</p>
<p>Nach drei Tagen sollte man meinem, dass man sich eingewöhnt hat. Doch ich bin so müde, dass ich alle 5 Minuten ins Bett gehen könnte. Mir fehlt jegliche physische Kondition. Bereits die Aufzugsfahrt macht mich fertig. Vielleicht auch, weil die Luft hier oben dünner ist. Vielleicht auch, weil es hier oben so viel Himmel gibt. Ach ja. Dann sind da noch die Schmerzen.</p>
<p>Es tut gut, wieder in einer vernünftigen und sauberen Umgebung zu sein. Es ist erstaunlich, um wie viele Dinge man sich in Dtschlnd gar nicht kümmern braucht. Die Sache hat nur einen Haken. Das deutsche Fernsehen ist noch ätzender, als ich es in Erinnerung hatte. Am Besten, ich schalte es erst gar nicht ein.</p>
<p>Was für ein Kontrast zu Asien. Ich genieße es, wie umsichtig hier die Leute miteinander umgehen. Hier gibt es kein Gerangel und Geschiebe. Niemand rennt in eine gerade entstandene Lücke hinein. Wenn man nicht gerade hirnlos durch die Gegend läuft, kann man kaum angefahren werden. Bei einem Unfall wird keine Meute lachend herumstehen und auf die letzten Zuckungen warten, damit sie endlich an die Tasche rankommen. Alles ist unglaublich sauber und alles scheint zu funktionieren. Natürlich hat es seinen Preis.</p>
<p>Ich ertappe mich dabei, dass ich mich längst nach einer günstigen elektrischen Guitarre umsehe. Ich bin eigentlich erstaunt, wie billig sie sind. Doch dann sehe ich eine, die für mich geschaffen zu sein scheint. Der Preis ist erreichbar, doch ich schrecke zurück. Wenn ich mir nun nicht schnell eine andere kaufe, wird diese Guitarre mir nicht mehr aus dem Kopf gehen. Ich brauche eine billige Gitarre, die ich unbedenklich wegschmeißen kann, wenn sie zu viele Macken haben sollte.</p>
<p>Ich schreibe meine letzten Blogs zu Ende und stelle sie ins Netz. Das war’s dann wohl. Habe keine Ahnung, wie lange ich hierbleiben werde. Wenn es mir zu gut gehen sollte und ich den ganzen Dreck vergessen habe, werde ich mir wohl in einem Anfall von Übermut ein Ticket nach Südamerika kaufen. Doch jetzt sehe ich mir gerade den Magisterstudiengang für Anglistik an. Mal sehen. Vielleicht schreibe ich mich ein. Das Institut ist in der Nähe des Palmengartens. Dort müsste ich mich eigentlich gut ausschlafen können.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/markushansen.wordpress.com/4551/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/markushansen.wordpress.com/4551/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/markushansen.wordpress.com/4551/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/markushansen.wordpress.com/4551/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/markushansen.wordpress.com/4551/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/markushansen.wordpress.com/4551/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/markushansen.wordpress.com/4551/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/markushansen.wordpress.com/4551/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/markushansen.wordpress.com/4551/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/markushansen.wordpress.com/4551/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/markushansen.wordpress.com/4551/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/markushansen.wordpress.com/4551/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/markushansen.wordpress.com/4551/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/markushansen.wordpress.com/4551/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=markushansen.wordpress.com&amp;blog=1248314&amp;post=4551&amp;subd=markushansen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Indonesia &#8211; Jakarta &#8211; Part 5</title>
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		<pubDate>Mon, 11 May 2009 17:52:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hansen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Da ich mein Gepäck im Hotel deponiert habe, habe ich nun den ganzen Nachmittag, bis zu meinem Abflug. Ich werde ins große Museum gehen, das ich von der Aussichtsplattform des Monuments gesehen habe. Ich erkennte gleich, dass ich hier im richtigen Museum bin. Ich habe mir den Namen nicht gemerkt. Der linke Flügel ist beeindruckend [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=markushansen.wordpress.com&amp;blog=1248314&amp;post=4534&amp;subd=markushansen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4547" title="P07-05-09_1206" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p07-05-09_12061.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P07-05-09_1206" width="150" height="112" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4548" title="P07-05-09_1445" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p07-05-09_14451.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P07-05-09_1445" width="150" height="112" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4549" title="P07-05-09_1705[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p07-05-09_1705011.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P07-05-09_1705[01]" width="150" height="112" /></p>
<p>Da ich mein Gepäck im Hotel deponiert habe, habe ich nun den ganzen Nachmittag, bis zu meinem Abflug. Ich werde ins große Museum gehen, das ich von der Aussichtsplattform des Monuments gesehen habe.</p>
<p><span id="more-4534"></span></p>
<p>Ich erkennte gleich, dass ich hier im richtigen Museum bin. Ich habe mir den Namen nicht gemerkt. Der linke Flügel ist beeindruckend und man hat das Gefühl, dass die dortigen Artefakte direkt von den Einheimischen der indonesischen Inseln kommen. Ich schieße Unmengen an Fotos, auch wenn es verboten ist.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4535" title="P07-05-09_1206" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p07-05-09_1206.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P07-05-09_1206" width="450" height="337" /></p>
<p>Als ich zum rechten Flügel übergehe, bin ich von dem dortigen Gold erschlagen und habe keine Lust mehr, Fotos zu schießen. Es ist offensichtlich der moderne Museumsteil. Die Artefakte sind wie in den Hotelboutiquen ausgestellt. Ich habe das Gefühl, bereits alles mehrfach gesehen zu haben und gehe nur noch benommen durch. Der Wahn erstreckt sich gleich über vier. Gott sei Dank ist es kühl im Museum, so dass man es lange aushalten kann.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4536" title="P07-05-09_1221" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p07-05-09_1221.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P07-05-09_1221" width="408" height="544" /></p>
<p>Ich laufe mich müde und schieße die letzten Fotos auf dem Weg nach Jaksa zurück. Ich werde wohl nicht mehr nach Jakarta zurückkommen. Was für ein Drecksloch.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4537" title="P07-05-09_1222[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p07-05-09_122201.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P07-05-09_1222[01]" width="408" height="544" /></p>
<p>Die 20 Km lange Taxifahrt zum Flughafen dauert eineinhalb Stunden. Der 5 spurige Verkehr in jede Richtung steht. Ich kann nicht glauben, dass es eine alltägliche Situation sein soll. Ich breche zusammen und kämpfe mit einer bleiernen Müdigkeit.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4538" title="P07-05-09_1249" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p07-05-09_1249.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P07-05-09_1249" width="408" height="544" /></p>
<p>Endlich bin ich wieder am Flughafen. Was für ein Lapsus die letzten Tage gewesen waren. Jetzt muss ich es nur noch schaffen, mein Notebook als Handgepäck mitnehmen zu können. Ein Kunststück, bei diesem Gewicht. Diesmal habe ich eine lange Hose und einen Pullover dazugestopft, weil ich in Frankfurt sicherlich in die arktische Käte entlassen werde.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4539" title="P07-05-09_1428[02]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p07-05-09_142802.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P07-05-09_1428[02]" width="408" height="544" /></p>
<p>Mein ganzer Rücken ist verspannt und ich kann meinen kleinen Rucksack mit meinem Notebook kaum tragen. Ich habe einen großen Knoten im Rücken. Mein linker Arm ist fast taub. Ich kann meine linken Zeigefinger längst nicht mehr spüren.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4540" title="P07-05-09_1445" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p07-05-09_1445.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P07-05-09_1445" width="450" height="337" /></p>
<p>Beim Einchecken kann ich kaum glauben, dass mein großer Rucksack nur noch 10 Kilos wiegen soll. Der Indonesier spricht mich auf unbeholfenem Deutsch an und ich gehe gleich darauf ein. Er hat ein paar Euromünzen, die er gewechselt haben möchte. Nichts leichter als das. Als ich mein Handgepäck auf die Waage lege, schluckt er, doch lässt mich durch. Es hat sich gelohnt, sich mit ihm zu ununterhalten. Plötzlich will er meine Mailaddresse. Im Juni will er nach Deutschland kommen. Großzügig sage ich ‚schreib mir eine Mail und ich hole dich am Flughafen ab.’ Hoffentlich will er mich dann nicht heiraten.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4541" title="P07-05-09_1649[02]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p07-05-09_164902.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P07-05-09_1649[02]" width="408" height="544" /></p>
<p>Der Jumbo Jet ist voller junger indonesischer Frauen, die dicht gedrängt in größeren Gruppen herumstehen und gehen. Sie sehen sich kaum um und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Vermutlich fliegen sie nach Singapore, um dort einzukaufen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4542" title="P07-05-09_1657" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p07-05-09_1657.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P07-05-09_1657" width="450" height="337" /></p>
<p>Auf dem Flug gibt es zwar reichlich zu essen, doch ich erlebe eine Sinfonie der Schmerzen. Ich weiß nicht mehr, wie ich sitzen soll, weil mein Rücken verspannt ist. Ich kann meinen Arm kaum bewegen. Die Schmerzen sind unerträglich. Wer hätte gedacht, dass ich noch einmal nach Deutschland zurückkehren und keine Sekunde an meiner Entscheidung zweifeln würde.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4543" title="P07-05-09_1700" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p07-05-09_1700.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P07-05-09_1700" width="450" height="337" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4544" title="P07-05-09_1703" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p07-05-09_1703.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P07-05-09_1703" width="450" height="337" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4545" title="P07-05-09_1705[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p07-05-09_170501.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P07-05-09_1705[01]" width="450" height="337" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4546" title="P07-05-09_1710" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p07-05-09_1710.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P07-05-09_1710" width="408" height="544" /></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/markushansen.wordpress.com/4534/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/markushansen.wordpress.com/4534/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/markushansen.wordpress.com/4534/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/markushansen.wordpress.com/4534/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/markushansen.wordpress.com/4534/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/markushansen.wordpress.com/4534/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/markushansen.wordpress.com/4534/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/markushansen.wordpress.com/4534/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/markushansen.wordpress.com/4534/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/markushansen.wordpress.com/4534/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/markushansen.wordpress.com/4534/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/markushansen.wordpress.com/4534/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/markushansen.wordpress.com/4534/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/markushansen.wordpress.com/4534/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=markushansen.wordpress.com&amp;blog=1248314&amp;post=4534&amp;subd=markushansen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Indonesia &#8211; Jakarta &#8211; Part 4</title>
		<link>http://markushansen.wordpress.com/2009/05/11/indonesia-jakarta-part-4/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 May 2009 05:54:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hansen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist wunderbar, morgens mit den ersten Sonnenstrahlen sanft von einem Minarettsänger geweckt zu werden. Nach und nach stimmen sich weitere Minarettsänger der benachbarten Moscheen dazu. Es ist eine wunderbar treibende Musik mit einer fantastischen räumlichen Tiefe. Und so kommt es, dass ich um 4.30 lauschend im Bett liege und eigentlich auch gleich aufstehen kann. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=markushansen.wordpress.com&amp;blog=1248314&amp;post=4497&amp;subd=markushansen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4528" title="P06-05-09_0925" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_09251.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P06-05-09_0925" width="150" height="112" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4529" title="P06-05-09_0952" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_09522.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P06-05-09_0952" width="150" height="112" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4530" title="P06-05-09_1629[03]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_1629031.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P06-05-09_1629[03]" width="150" height="112" /></p>
<p>Es ist wunderbar, morgens mit den ersten Sonnenstrahlen sanft von einem Minarettsänger geweckt zu werden. Nach und nach stimmen sich weitere Minarettsänger der benachbarten Moscheen dazu. Es ist eine wunderbar treibende Musik mit einer fantastischen räumlichen Tiefe. Und so kommt es, dass ich um 4.30 lauschend im Bett liege und eigentlich auch gleich aufstehen kann. Heftig am Kopf kratzend frage ich mich, was ich mit der ganzen Zeit anfangen soll. Es hat in der Nacht heftig geregnet und es ist daher deutlich kühler, als an den vorherigen Tagen.</p>
<p><span id="more-4497"></span></p>
<p>So. Ich habe noch einen vollen und eine halben Tag, bevor ich abfliege. Endlich sehe ich mir den winzig gedruckten Stadtplan etwas genauer an. Dann wird mir klar, dass ich den alten Hafen verpasst habe. In die Museen wollte ich auch gehen. Da alles so wunderbar frisch und früh ist, kann ich eigentlich auch gleich losgehen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4498" title="P06-05-09_0736[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_073601.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_0736[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Weiß der Teufel, warum ich wieder den Zug ins alte Zentrum nehmen will. Vielleicht, weil ich glaube, nun zu wissen, wie der Hase läuft. Doch auf dem Bahnsteig starre ich einen Zug nach dem nächsten fassungslos an. Jeder Zug ist bis zum Platzen mit Menschen gefüllt. Sie scheinen bereits aus den Fenstern zu quirlen. Die Türen sind alle offen und die Männer stehen längst draußen. Die Menschen, die noch dazusteigen wollen, schlagen sich mit Gewalt eine Bresche in die Menge und schlüpfen in eine winzige Lücke. Gerade, als ich aufgeben will, kommt ein halbleerer Zug an und ich kann problemlos mitfahren.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4500" title="P06-05-09_0838" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_0838.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_0838" width="450" height="337" /></p>
<p>Da ich am Vortag bereits hier gewesen war, weiß ich nun genau, was ich mir ersparen kann. Die Museen sind noch geschlossen. Ich folge der Straße in Richtung Hafen und verlaufe mich in den Slums. Es ist noch schlimmer als am Vortag. Doch ich kann unbehelligt herumlaufen und fotografieren.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4501" title="P06-05-09_0854[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_085401.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_0854[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Als ich auf das Maritime Museum stoße, gehe ich gleich hinein. Es ist reichlich uninteressant. Doch weit hinten in der Ecke gibt es eine Fotoserie einer Schiffreise durch den Suezkanal nach Südostasien und in den Pazifik. Darunter gibt es ein Foto von 1890, welches das alte Singapore gleich an der Flussmündung zeigt. Es ist das beste Foto, das ich über das alte Singapore bisher gesehen habe. Selbst im National Museum of Singapore gibt es kein vergleichbares Foto.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4502" title="P06-05-09_0912[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_091201.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_0912[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Mir sind längst negroide Züge bei einigen Indonesiern aufgefallen. Im Maritime Museum lese ich, dass die Portugiesen ihre schwarzen Sklaven mitgebracht haben, um die Schiffe zu entladen, die draußen im tieferen Wasser von Anker lagen. Sie durften außerhalb der Stadtmauern wohnen und sich dort fleißig vermehren. Was sie wohl auch taten.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4503" title="P06-05-09_0925" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_0925.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_0925" width="450" height="337" /></p>
<p>Zum ersten Mal sehe ich alte Zeichnungen von Jakarta, die zeigen, wie es ursprünglich angelegt war. Es ist eine vollkommen künstliche Stadt mit einer kleinen Hafeneinfahrt, geraden Kanälen und quadratisch angelegten Strassen. Es hat wohl einmal eine große Stadtmauer ringsherum gegeben. Von all dem sind nun nur noch die Kanäle geblieben, die nicht genutzt werden, weil sie nun voller stinkender Brühe sind.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4504" title="P06-05-09_0938[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_093801.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_0938[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Ich muss mich durch den ganzen Slum zwängen, um an den alten Hafen zu kommen. Doch dort angekommen, bin ich beeindruckt. Zum ersten Mal sehe ich die alten Schoner in einer Reihe am Kai liegen. Es wirkt wie auf einem alten Foto aus einem anderen Jahrhundert. Alle Schiffe sind noch voll intakt und werden gerade beladen oder instand gesetzt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4507" title="P06-05-09_0952" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_09521.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_0952" width="450" height="337" /></p>
<p>Ein alter Mann bietet mir an, mich auf einem Boot den Kanal rauf und runter zu fahren. Er hebt drei Finger. Da hier alles in Tausender gerechnet wird, gehe ich davon aus, dass es dreitausend sind. Kaum auf dem Kanal, halte ich den Gestank nicht aus und erkenne, dass es ein Fehler war, die Bootstour zu machen. Ich schaffe es noch, ein paar Schifflängen die Luft anzuhalten, dann signalisiere ich dem Kapitän, dass er umkehren soll. Wieder Boden unter den Füssen, gebe ich dem Kapitän 3000. Doch der will nun 30000 und sieht sich gleich Unterstützung suchend um. Pech für den Knaben, dass ich es hasse, wenn man sich nicht an Abmachungen hält. Ich bin bereit, in die Schlacht zu ziehen. Offensichtlich merken die zusammengekommenen Indonesier es und lassen mich ziehen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4509" title="P06-05-09_0958" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_0958.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_0958" width="450" height="337" /></p>
<p>Auf meinem Rückweg an den Schiffen entlang habe ich längst vergessen, warum ich hergekommen bin und was ich eigentlich nicht machen wollte. Als mir zwei Busladungen europäischer Touristen entgegenkommen, wirkt es auf mich, als wenn gerade die Außerirdischen gelandet wären. Sie gehen ordentlich geföhnt und gebügelt in Zweiergruppen am Kai entlang und sehen sich um. Da ich ihnen entgegenkomme und sie staunend beobachte, entgeht mir nicht, dass mich kein Einziger von ihnen ansieht, obwohl ich nicht zu übersehen bin. Es ist einfach eine dieser seltsamen Beobachtungen, die man sich kaum erklären kann. Schulterzuckend wende ich mich einem alten Indonesier zu, der auf der Kaimauer hockt und rede mit ihm. Gleichzeitig mache ich Fotos von ihm, da es ihm nicht auszumachen scheint. Als ich mich nach den Europäern umsehe, stehen sie alle in einem großen Haufen ein paar Schiffe weiter und beobachten mich angestrengt. Es ist ein Witz.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4510" title="P06-05-09_1000[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_100001.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_1000[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Zurück zu den Museen. Das Jakarta History Museum ist das dominierende Haus am großen Platz und ehemaliger Gouverneurssitz. Dort gibt es reichlich Platz und jede Menge alte Holzmöbel. Ich bin von der Geräumigkeit begeistert. Gleich nebenan gibt es das noch imposantere Gebäude des Balai Seni Rupa. Keine Ahnung, was es bedeutet, doch es ist ein Museum. Die Keramik ist hervorragend präsentiert, doch die Gemälde sind nicht der Rede Wert. Und das ist auch schon meine Batterie des Fotoapparats wieder am Ende. Das Haus würde ich mir schenken lassen, doch das Gerümpel müsste verschwinden.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4511" title="P06-05-09_1004" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_1004.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P06-05-09_1004" width="408" height="544" /></p>
<p>Wieder lasse ich mich von einem Motorradfahrer nach Jaksa zurückfahren. Diesmal weiß ich, wie es sein wird und dass die Wahrscheinlichkeit deutlich gestiegen ist, dass ich in Jaksa nicht ankommen werde. Auf dem Weg kommen wir an einem Hausbrand vorbei. Der erste Feuerwagen ist gerade eingetroffen. Aus allen Richtungen laufen Schaulustige zusammen und setzen sich voller Erwartung auf die Kanalmauer, um sich den Brand anzusehen. Es erinnert ein wenig an die alten Zeiten, als man sich am Wochenende zum Picknick eine Hinrichtung ansah. Da alle in Richtung des Feuers sehen, fährt jeder halb blind an der Stelle vorbei und ich hätte beinahe mein Knie zerschmettert bekommen. Mein Fahrer lacht. Es wäre ja nicht sein Knie gewesen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4512" title="P06-05-09_1036" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_1036.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P06-05-09_1036" width="408" height="544" /></p>
<p>Seltsamerweise bin ich am Nachmittag immer noch fit. Vielleicht liegt es an dem abgekühlten Wetter. Eigentlich will ich nur zu einem Tee vor die Türe gehen, doch da bin ich auch schon auf dem Weg zum National Monument. Auf der Hauptstrasse komme ich an einem Mann vorbei, der mit einer Angelschnur durch einen Spalt in der Gulliplatte angelt. Verblüfft bleibe ich stehen. Ich kann es nicht fassen. Es wäre mir im Traum nicht eingefallen, dass jemand in dieser stinkenden Brühe angeln könnte. ‚Angelst du?’ Die Männer um mich herum nicken eifrig und starren auf die Schnur, die der Mann immer wieder ruckartig hochzieht. Sie scheinen sich ihrer Sache sicher zu sein, als wenn es dort unten vor hungrigen Fischen nur so wimmeln würde. Ich mache ein paar Fotos und will mich gerade abwenden, als etwas anbeißt. Im gleichen Augenblick erkenne ich, dass hier nach Ratten geangelt wird. Aufgeregt zerrt der Mann an seiner Angelschnur und versucht die Ratte durch den Spalt herauszuziehen. Das Gequietsche ist fürchterlich. Als die Ratte halb raus ist, reißt die Schur und die Ratte ist sofort verschwunden. Die Männer stehen maßlos enttäuscht auf dem Bürgersteig. Sofort muss ich an die Zeiten im alten London und Paris denken. Das alles hat es auch in Europa gegeben. Ich frage mich nur, ob die Indonesier uns nun nicht ein paar Jahrzehnt voraus sind.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4513" title="P06-05-09_1107[02]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_110702.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P06-05-09_1107[02]" width="408" height="544" /></p>
<p>Ich schaffe es endlich bis zum National Monument. Es ist das Denkmal, das sich Sukanrno selbst gesetzt hat. Es ist unübersehbar und das absolute Zentrum Jakartas. Der Eingang führt über einen unterirdischen Tunnel zum Monument. Ich bin von Gruppen, lauter, schrill schreiender Frauen umringt, die sich als eine breiige Masse durch das Museum walzt. Es ist das Grauen schlechthin. Es gibt kein Entkommen, da hinter der nächsten Ecke bereits die nächste Horde auf mich zukommt. Gut, dass die Ausstellung im Fuß des Monuments gähnend langweilig ist und es einen Aufzug zur Aussichtsplattform gibt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4514" title="P06-05-09_1114[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_111401.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_1114[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>In der Warteschlange des Aufzugs stehe ich hinter ein paar groß gewachsenen Europäern als sich ein nervöser Indonesier an mir vorbeizwängt. Er zieht einen weiteren Mann hinter sich her. Ich kenne es bereits. Es sind die Typen, die nichts im Hirn haben und die nichts anders können, als den kleinsten freien Raum anzusteuern, der sich vor ihnen ergibt. Obwohl es mich ärgert, lasse ich es geschehen, denn ich merke, dass sie nun Hemmungen haben, sich an den großen Europäern vorbeizuzwängen. Der erste Indonesier zittert vor Ungeduld und sieht immer wieder nervös an den Europäern vorbei, die sich unterhalten und geduldig in der Schlange stehen. Es wird ein großartiges Schauspiel. Da sie nun zwischen mir und den anderen Europäern eingezwängt sind, fühlen sie sich nicht wohl in ihrer Haut und drehen sich immer wieder ängstlich zu mir um. Um das Spiel zu verschärfen, sage ich dem zweiten von ihnen, dass er doch wohl nicht so dumm sein wird, sich mir vorzudrängeln. Er lächelt mich ängstlich dämlich an. Dann schiebe ich ihn behutsam in meinen Rücken. Jetzt habe ich den Ersten auf dem Präsentierstand und komme nun nicht mehr aus dem Grinsen raus. Nach 5 Minuten gibt er nervös auf und lässt mich großzügig an ihm vorbei, damit er wieder neben seinem Freund steht. Ich bedanke mich höflich und lache ihm ins Gesicht. Doch kurz vor dem Aufzug macht sich einer der Indonesier wichtig, sondert alle Europäer aus und lässt eine große Gruppe Indonesier in den Aufzug. Na gut. Diesmal haben die zwei Typen gewonnen und ich habe verloren. Oben auf der Paussichtsplattform begegnen wir uns ein paar Mal und die beiden zucken jedes Mal ängstlich zusammen, wenn sie mich sehen. Gut so. Ich bin davon überzeugt, dass die beiden hier oben kaum etwas mitbekommen und es gar nicht erwarten können, sich in der nächsten Warteschlange vorzudrängen, um mit dem Aufzug wieder runterzufahren.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4515" title="P06-05-09_1123" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_1123.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P06-05-09_1123" width="408" height="544" /></p>
<p>Oben auf der Aussichtsplattform ist es dann nicht so aufregend, wie ich es erwartet hatte. Das Wetter ist sehr bewölkt und alles Grau in Grau. Das Meiste habe ich wohl von Jakarta gesehen. Auf den Erklärungskarten werden nur die großen Häuser beschrieben. Die meisten von ihnen sind gigantische Shopping Malls.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4516" title="P06-05-09_1131" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_1131.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_1131" width="450" height="337" /></p>
<p>Wieder draußen, entdecke ich in den vier Ecken des Monuments große, interessante Reliefs, die ich mir genauer ansehe und fotografiere. Es ist eine hervorragende Idee und gekonnt ausgeführt. Zufällig habe ich in der Ecke begonnen als die Geschichte Indonesiens in der Steinzeit beginnt. Danach ist alles reichlich verworren und endet in der vierten Ecke mit der glorreichen Unabhängigkeit. Industrie, Forschung und Naturschutz. Die Sache mit der Korruption war wohl nicht darstellbar. Insgesamt bin ich von den Reliefs dann doch begeistert.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4517" title="P06-05-09_1527" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_1527.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P06-05-09_1527" width="408" height="544" /></p>
<p>Von der Aussichtsplattform war mir eine nahe liegende Kathedrale aufgefallen. Ich mache einen größeren Bogen und gehe hin. Dort angekommen, stelle ich schnell feste, dass sich der Weg nicht gelohnt hat. Vollkommen müde gelaufen gehe ich nach Jaksa zurück.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4518" title="P06-05-09_1614[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_161401.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_1614[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Den Abend verbringe ich im heruntergekühlten Raum. Als ich mich bücke, um etwas vom Boden aufzuheben, reißt es mir wieder im Rücken. Der Albtraum nimmt wieder seinen Lauf.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4519" title="P06-05-09_1629[03]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_162903.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_1629[03]" width="450" height="337" /></p>
<p>Ich dünne mein Gepäck gnadenlos aus und lasse sogar meine Tastatur zurück, die ich eh nicht mehr benutzen werde. Auf ein paar Bücher will ich nicht verzichten. Zwischendurch schreibe ich meinen letzten Bog runter. Ich werde ihn nicht abschicken, weil die Internetcafés hier nicht nur sehr langsam, sondern auch vollkommen versöfft sind. Es spielt keine Rolle. Nichts ist mehr wirklich wichtig. Ich will nun nur noch weg von hier. Als ich versuche, meinen Rucksack neu zu packen, schaffe ich es nicht. Also schmeiße ich alles auf einen Haufen und gehe geschlagen ins Bett. So. Morgen noch in ein Museum, das ich ebenfalls von der Aussichtsplattform des National Monuments entdeckt habe, und das war es dann.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4520" title="P06-05-09_1634" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_1634.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P06-05-09_1634" width="408" height="544" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4521" title="P06-05-09_1642[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_164201.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_1642[01]" width="450" height="337" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4522" title="P06-05-09_1646" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_1646.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_1646" width="450" height="337" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4523" title="P06-05-09_1725[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_172501.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P06-05-09_1725[01]" width="408" height="544" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4524" title="P06-05-09_1734" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_1734.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_1734" width="450" height="337" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4525" title="P06-05-09_1908[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_190801.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_1908[01]" width="450" height="337" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4526" title="P06-05-09_1915" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_1915.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_1915" width="450" height="337" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4527" title="P06-05-09_1918" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p06-05-09_1918.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P06-05-09_1918" width="450" height="337" /></p>
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		<title>Indonesia &#8211; Jakarta &#8211; Part 3</title>
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		<pubDate>Mon, 11 May 2009 04:51:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hansen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich liege zwei Tage mit einer tierischen Migräne im Bett. Als ich langsam wieder zu mir komme, ist mein halber Rücken so verspannt, dass ich mich kaum drehen kann. Ich zwinge mich, in der Gegend herumzulaufen, damit mein Körper wieder in Bewegung kommt. Ausgemergelt bestelle ich eine Spagetti Carbonara und bekomme Spagettis ohne Käse. Ich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=markushansen.wordpress.com&amp;blog=1248314&amp;post=4494&amp;subd=markushansen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich liege zwei Tage mit einer tierischen Migräne im Bett. Als ich langsam wieder zu mir komme, ist mein halber Rücken so verspannt, dass ich mich kaum drehen kann. Ich zwinge mich, in der Gegend herumzulaufen, damit mein Körper wieder in Bewegung kommt.</p>
<p><span id="more-4494"></span></p>
<p>Ausgemergelt bestelle ich eine Spagetti Carbonara und bekomme Spagettis ohne Käse. Ich beschwere mich, doch esse die Spagettis trotzdem. Natürlich soll ich für eine Spagetti Carbonara bezahlen. Ich lache der Frau ins Gesicht. ‚Es war kein Käse darauf.’ Der Kochbehauptet, Käse draufgetan zu haben. Als ich den Koch sprechen will, kommt er nicht aus der Küche. ’Käse ist hier sehr teuer.’ Ich soll für Käse extra zahlen. ‚Aber es war kein Käse drauf.’ Wutentbrannt zahle ich nur die Hälfte und gehe davon. Natürlich trinke ich dort nicht einmal mehr einen Tee. Erst langsam wird mir klar, dass die Leute gar nicht wissen, was Spagetti Carbonara ist. Es könnte genauso gut XY oder BASF heißen.</p>
<p>Abends wird in den Bars ringsherum viel getrunken. Die Europäer und hauptsächlich die Australier zeigen den Indonesiern, wie man ernsthaft trinkt und abrupt eine Schlägerei provoziert. Die Indonesier hängen wie die Motten um das Licht herum und geben sich erfahren und locker. Doch sie können nicht wirklich aus ihrer Haut und beobachten alles auf ihre lauernde Art. Ich weiß nicht, wie die Leute das in dem ganzen Gestank aushalten.</p>
<p>Die Republicans in Amerika wollen ihre Partei wieder zusammenflicken, indem sie eine Kampagne starten, dem Volk wieder zuzuhören. Es ist ein wenig schwierig, weil genau das die Wahlstrategie der Liberals war. In einem Interview versuchen zwei Republikaner es zu erklären. ‚Man muss den Leuten erklären, wie sie die Dinge sehen sollen.’ Aha. Sie sagen ihnen, was sie hören wollen. Da ist mir ein alter Republikaner lieber, der kurz darauf verkündet, dass man den Leuten  nicht zuhören, sondern zu ihnen reden soll.</p>
<p>Supermann Obama trifft sich mit Karsai und dem Neuen aus Pakistan. Es dürfte um mehr Geld gehen. Eine ganze Weile frage ich mich, warum die Amerikaner eigentlich unbedingt in Afghanistan bleiben wollen. Den Amerikanern sollte es doch eigentlich egal sen, ob die Afghanen streng moslemisch sein wollen oder nicht. Doch dann kommt es mir wieder. Die Twin Towers. Hat irgendjemand eigentlich mal recherchiert, wie viele afghanische Zivilisten seitdem getötet wurden?</p>
<p>Obama versucht sich in dem alten Spiel, einem neuen Freund Geld zu geben, damit er den alten Freund bekämpft. Es würde mich nicht wundern, wenn die Afghanen und die Pakistaner nicht längst dieses Spiel erwartet und das Geld, das da kommen wird, bereits unter sich aufgeteilt haben. Wenn das dann alles nicht funktioniert, wird wohl Indien als neuer Freund herhalten müssen. Gut, dass die auch die Atombombe haben und alles auf der anderen Seite des Globus passiert.</p>
<p>Ich kann die Verlogenheit der Israelis bald nicht mehr ertragen. Erst versuchen sie abzustreiten, Phosphorbomben benutzt zu haben, jetzt klagen sie, dass alles in einem falschen Licht gezeigt wird. Da haben sie von Baby Bush ein großes Abschiedsgeschenk bekommen und durften ungehindert mit frisch gelieferten amerikanischen Waffen auf Palästinenser schießen und jetzt werden sie von Obama angemotzt. Wie wäre es damit, den Israelis den Geldhahn abzudrehen? Vielleicht sollte man einfach eine Weile darauf verzichten, ihnen in Washington zuzuhören.</p>
<p>Ich bin verblüfft, wie wenig Englisch die Indonesier verstehen. Selbst in Jaksa, wo sie seit Jahrzehnten Umgang mit Europäern haben, verstehen sie nichts und bringen etwas, was man gar nicht bestellt hat. Mit der Zeit bemerke ich wieder, wie auf den Philippinen, dass es meine Generation ist, die etwas Englisch kann und sich bemüht, es zu sprechen. Ich komme mit ihnen gut aus. Doch die jüngere Generation scheint eine Tugend aus ihrer Ignoranz machen zu wollen. Immer wieder sagen sie mir, dass ich Indonesisch sprechen soll. Wieder bekomme ich den Eindruck, dass jede Generation dümmer aufwächst als die vorherige. Ich versuche es mir vorzustellen. Vermutlich hat die erste Generation der Zuwanderer in Jakarta gewusst, worauf sie sich einlässt. Doch jede weitere Generation wächst in immer erbärmlicheren Zuständen auf und scheint gar nicht zu wissen, wie ihnen geschieht. Sie glauben Intelligenz vorweisen zu können, indem sie MTV sehen, Lieder mitsingen und ein Handy bedienen können.</p>
<p>Auf CNN faschsimpeln zwei Journalistinnen über die politische Lage in Afghanistans, Pakistan und Swat. Es ist offensichtlich, dass sie kaum wissen, worüber sie reden, doch sie reden mit einer deutlichen Entschiedenheit. Manchmal habe ich den Eindruck, dass dies das Einzige ist, was bei CNN zählt. Niemand scheint mit der Tatsache klarzukommen, dass es ein Gebiet zwischen zwei Ländern gibt, das sich einerseits zu keinem der beiden Länder zugehörig fühlt, und andererseits die beiden Länder sich nicht sonderlich bemühen, sich das Gebiet einzuverleiben.</p>
<p>In Laos wird eine englische Drogenschmugglerin begnadigt, weil sie in ihrer Todeszelle schwanger geworden ist. Nun gut. Ich verstehe allerdings nicht, warum für die Frau um Mitleid geworben wird. Was ist eigentlich mit den 20 anderen, die in Laos wegen Heroinschmuggel zum Tode verurteilt wurden? Vermutlich sind es Männer.</p>
<p>In den Philippinen ist gerade ein Supertyphoon heruntergekommen. In den Nachrichten wird gezeigt, wie die Wassermassen durch Legaspi schießen. Ich verstehe nicht, warum niemand erwähnt, dass Legaspi am Fuß eines 2000 Meter hohen Vulkans liegt, was die Wassermassen mühelos erklärt. Kaum ist der Typhoon in Richtung Osten abgezogen, fegt der nächste Supertyphoon aus Richtung Singapore auf Manila zu. Halt stopp mal. Ich will morgen Abend nach Singapore fliegen. Vielleicht kriegen wir ja diesmal eine Bruchlandung hin.</p>
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		<title>Indonesia &#8211; Jakarta &#8211; Part 2</title>
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		<pubDate>Sun, 10 May 2009 20:16:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hansen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich nach einer quälenden Nacht aufwache, weiß ich, dass ich mich schnell um ein Ticket nach Frankfurt bemühen muss, bevor mich die Migräne umhaut. Ich beobachte einen Indonesier mit Notebook, der ins Hotelcafé kommt und sich verhalten mit den Angestellten unterhält. Dann setzt er sich in eine Ecke und baut sein Notebook auf. Er [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=markushansen.wordpress.com&amp;blog=1248314&amp;post=4476&amp;subd=markushansen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4489" title="P05-05-09_1050[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p05-05-09_1050011.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P05-05-09_1050[01]" width="150" height="112" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4492" title="P05-05-09_1710[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p05-05-09_1710011.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P05-05-09_1710[01]" width="150" height="112" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4491" title="P05-05-09_1731" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p05-05-09_17311.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P05-05-09_1731" width="150" height="112" /></p>
<p>Als ich nach einer quälenden Nacht aufwache, weiß ich, dass ich mich schnell um ein Ticket nach Frankfurt bemühen muss, bevor mich die Migräne umhaut.</p>
<p><span id="more-4476"></span></p>
<p>Ich beobachte einen Indonesier mit Notebook, der ins Hotelcafé kommt und sich verhalten mit den Angestellten unterhält. Dann setzt er sich in eine Ecke und baut sein Notebook auf. Er trinkt einen Kaffee und liest Zeitung. Kurz darauf positioniert er sich an meinen Nachbartisch. Wieder richtet er sich ein, baut sein Notebook auf, liest Zeitung und trinkt einen Kaffee. Während ich über mein Cell Phone die Zeitungen im Internet lese, beobachte ich ihn. Er sieht immer wieder nervös zu seinem bereitstehenden Notebook herüber. Es ist, als wenn er auf den perfekten Moment wartet, um sich endlich daran zu setzen und etwas zu tun. Es dauert fast eine Stunde, bis es endlich soweit ist. Er versucht offensichtlich seine Unsicherheit mit Kompetenzgehabe zu überlagern. Jetzt beobachte ich ihn offen, ohne dass er mich bemerkt. Ich bin gespannt, was er mit seinem Notebook anfangen wird. Er setzt sich Kopfhörer auf, hört vermutlich Musik und sieht seine Mail durch. Dann surft er mit spitzen Fingern und rätselndem Gesichtsausdruck im Internet vor sich hin. Da ich mir das Elend nicht länger ansehen kann, trinke ich meinen Tee schnell auf und gehe davon.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4477" title="P05-05-09_1050[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p05-05-09_105001.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P05-05-09_1050[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Ich versuche noch etwas in der Gegend herumzulaufen, doch ich merke, dass ich es nicht schaffe. Mein Kopf und meine Augen schrauben sich zu. Ich habe noch nie so viel verdreckte Gestalten gesehen. Menschen, die sich seit Jahren nicht mehr gewaschen haben und deren Haut mit Pocken übersäht ist. Gleichzeitig beobachte ich junge Europäerinnen, die es gewohnt sind, sich selber in den Situationen zu sehen. Sie sind wohl gerade angekommen und kommen sich toll in der exotischen Situation vor. Ich frage mich, ob die den Gestank nicht riechen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4478" title="P05-05-09_1102[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p05-05-09_110201.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P05-05-09_1102[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Im Hotelrestaurant beobachte ich, wie zwei Japanerinnen einen von zwei Indonesiern abweisen. Er sitzt an einem Tisch vor mir und ich kann sein Gesicht nicht sehen. Er ist der Einzige am Tisch, der etwas isst. Eine Japanerin versucht ihm sanft beizubringen, dass sie nicht die gleiche Kultur haben. Der Indonesier versteht offensichtlich nicht den Wink, dass er keine Kultur hat. Er geht zielstrebig davon. Zum ersten Mal sehe ich sein spitzes Rattengesicht mit einem winzigen Kinn. Später setzt er sich in meine Nähe und wartet auf eine Gelegenheit, um zwei Europäerinnen am Nachbartisch anzusprechen. Als er es dann tut und sich ihnen Stückweise entgegenrobbt, beobachte ich ihn offen. Ich kann nicht glauben, dass die beiden Frauen auf ihn eingehen. Er sieht wie ein indischer Mischling aus, wenn nicht sogar ein echter Inder. Er wirkt getrieben, als wenn es sein einziger Ausweg wäre. Ich beobachte ihn in den nächsten Tagen öfter, wie er durch die Strasse eilt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4480" title="P05-05-09_1059" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p05-05-09_1059.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P05-05-09_1059" width="408" height="544" /></p>
<p>Da ich das Internet bereits nicht mehr raffe, lasse ich mir die Adresse von Qatar Airways geben und mich hinfahren. Es ist in der verblüffensten Shopping Mall, die ich bisher gesehen habe. Es gibt nichts Vergleichbares in Deutschland und es wird nicht lange dauern, bis es eine eigene Touristenattraktion wird. Schnell das Ticket gekauft und kopflos durch die enorme Shopping all wandeln. Vermutlich sehe ich nur einen Bruchteil davon. Ich werde überall beobachtet. Es ist wie in Cuba. Man gewöhnt sich schnell daran und fühlt sich mit der Zeit sicher. Niemand wird es wagen, hier jemanden zu überfallen. Als ich das Flugticket in der Tasche habe und meine Zeit hier nun klar begrenzt ist, geht es mir besser. Jetzt muss ich mir noch die Zähne zusammenbeißen und die Tage bis zu meinem Abflug sinnvoll ausfüllen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4481" title="P05-05-09_1703" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p05-05-09_1703.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P05-05-09_1703" width="450" height="337" /></p>
<p>Am Nachmittag fahre ich versuchshalber nach Batavia, dem alten Stadtkern von Jakarta. Ich nehme den Zug, da die Station gleich um die Ecke ist und die Linie genau dorthin führt, wo ich hin will. An der Zugstation sitzt ein junger Mann, der beide Schienbeine im Rechten Winkel nach hinten gebrochen hat. Ich raffe es im ersten Moment nicht und muss mehrmals hinsehen. Ich könnte ihn vermutlich problemlos fotografieren können, doch tue es nicht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4482" title="P05-05-09_1706[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p05-05-09_170601.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P05-05-09_1706[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Im Zug komme ich mit einem Indonesier ins Gespräch, der so breit wie hoch wie tief ist. Er will mir beim Aussteigen behilflich sein. Ich bin davon überzeugt, dass ich mich verhört habe. Er stellt sich vor die Tür und beginnt zu schnauben. Als die Türe sich öffnet, beginnt sofort eine Schlägerei. Zig Leute schlagen um sich und wollen mit Gewalt in den Zug, bevor noch der Erste ausgestiegen ist. Mein dicker Freund schmeißst sich mit seinem ganzen Gewicht in die Masse und schlägt um sich. Ich bin so schockiert, dass ich vergesse, ihm dicht zu folgen. Dann bricht die Masse auch schon in den Zug. Nur weil noch zig andere Leute aus dem Zug steigen wollen, schaffe ich es, ebenfalls auszusteigen. Erheblich derangiert sehe ich in die hysterische Masse. So etwas habe ich selbst in Indien nicht gesehen. So sieht also die Zukunft aus.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4483" title="P05-05-09_1710[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p05-05-09_171001.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P05-05-09_1710[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Mein dicker Freund zeigt mir, in welche Richtung ich gehen soll und schon sieht mich die Welt eine Kreuzung überqueren, auf denen hunderte von Motorrädern und noch mehr Autos kreuz und quer rasen. Ich ahne, dass man mich nicht überfährt, weil der folgende Papierkram zu lästig ist und die Bestechungsgelder zu hoch. Na. Da kann ich mein Gehirn ja wieder abschalten und über die Kreuzung schlafwandeln.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4484" title="P05-05-09_1718" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p05-05-09_1718.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P05-05-09_1718" width="450" height="337" /></p>
<p>Die Altstadt lässt sich weder erkennen noch erahnen. Es gibt keine Abgrenzung wie etwa eine alte Stadtmauer. Es gibt einen künstlichen Kanal, in dem die Jauche steht und vor sich her stinkt. Nicht nur, dass ich kaum atmen kann, sondern ich kann auch kaum auf den unglaublichen Dreck sehen. Es ist das Grauen und ich habe einen ständigen Brechreiz. Doch da ich nun Mal hier bin, kann ich auch weitergehen. Höchstwahrscheinlich bin ich nur dieses eine Mal in meinem Leben hier. Wenn ich das andere Ende des Kanals errechen sollte, werde ich einen Haken schlagen und mich auf einer geraden Linie von dieser Gegend entfernen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4485" title="P05-05-09_1728[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p05-05-09_172801.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P05-05-09_1728[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Am anderen Ende des Kanals gibt es die einzige holländische Schwenkbrücke Jakartas. Sie ist nun vollkommen nutzlos und lediglich eine Touristenattraktion. Mitten in dieser ganzen Gegend gibt es das legendäre ‚Hotel Batavia’. Es ist reichlich imposant und in Schneeweiß gehalten. Ich will gar nicht wissen, warum es so legendär ist. Vielleicht wegen der Brühe, die aus der Wasserleitung kommt. Vielleicht sind die Gäste auch wegen des Gestanks permanent belämmert und sehen alles fantastisch bunt. Vielleicht verschenken sie ja auch Geld an die Gäste, damit sie wiederkommen. Ich habe genug von dieser Gegend und entferne mich, so gut ich kann.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4486" title="P05-05-09_1731" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p05-05-09_1731.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P05-05-09_1731" width="450" height="337" /></p>
<p>Endlich treffe ich auf einen alten Platz. Dort ist ein Museum, auf der anderen Straßenseite ein noch größeres Museum, und dort das legendäre ‚Café Batavia’. Vermutlich ist es aus denn gleichen Gründen legendäre wie das ‚Hotel Batavia’. Leider ist es für die Museen zu spät. Ich werde morgen also doch wieder hierher kommen müssen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4487" title="P05-05-09_1737" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p05-05-09_1737.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P05-05-09_1737" width="450" height="337" /></p>
<p>Ich gehe zur Zugstation zurück. Doch als ich die sich schlagende Massen vor den Ticketschaltern sehe, kann mich nichts auf der Welt bewegen, dort hinzugehen. Ich lasse mich von einem Motorradfahrer für den 20 fachen Preis nach Jaksa zurückfahren. Gut, dass ich vom Gestank und den Auspuffgasen so betäubt bin, als wenn ich eine Familienpackung Morphium verdaut hätte. Der Knabe fährt genau so, wie ich es auch tun würde, wenn ich 150 Jahre jünger wäre und bereits mit dem Leben abgeschlossen hätte. Auf den 5 und 6 spurigen Strassen wird es eine Wettfahrt von Ampel zu Ampel. Dann geht es ungebremst zwischen den stehen Autos und flitzenden Motorrädern bis zur einsamen Spitze, wo bereits durchgestartet wird, bevor die Ampel auch nur an Grün gedacht hat. Am Besten, man geniest es und lässt sich geradewegs in die Hölle fahren.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4488" title="P05-05-09_1738" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p05-05-09_1738.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P05-05-09_1738" width="450" height="337" /></p>
<p>Wieder im Hotel gehe ich gleich unter die Dusche und versuche alles von mir abzuschütteln. Ich kann nicht fassen, was für ein gigantisches Drecksloch Jakarta ist. Ich bin mir nun sicher, dass es in Yogjakarta und in den anderen großen Städten nicht anders aussieht. Ich habe genug von Asien. Die großen Städte Asiens haben alle bereits die 20 Millionenmarke erreicht. Es wird nicht mehr lange dauern, bis dort die Seuchen ausbrechen. Niemand dort wird sich dagegen wehren. Man wird versuchen, damit zu leben und zu sterben.</p>
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		<title>Indonesia &#8211; Jakarta &#8211; Part 1</title>
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		<pubDate>Sun, 10 May 2009 20:01:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Hansen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Da mein Flug nach Indonesien am Abend geht, deponiere ich mein Gepäck im Hotel und laufe den ganzen Tag wie Falschgeld durch Kota Kinabalu. Ich laufe meine üblichen Routen ab, esse eine Kokosnuss, trinke einen Kaffee und halte mich lange im Internetcafé beim Schachspielen auf. In einigen Straßencafés sehe ich Frauen, die ihr Gesicht ganz [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=markushansen.wordpress.com&amp;blog=1248314&amp;post=4455&amp;subd=markushansen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4469" title="P03-05-09_1246" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p03-05-09_12461.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P03-05-09_1246" width="150" height="112" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4471" title="P03-05-09_1411[02]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p03-05-09_1411021.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P03-05-09_1411[02]" width="150" height="112" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4473" title="P03-05-09_1436[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p03-05-09_1436012.jpg?w=150&#038;h=112" alt="P03-05-09_1436[01]" width="150" height="112" /></p>
<p>Da mein Flug nach Indonesien am Abend geht, deponiere ich mein Gepäck im Hotel und laufe den ganzen Tag wie Falschgeld durch Kota Kinabalu. Ich laufe meine üblichen Routen ab, esse eine Kokosnuss, trinke einen Kaffee und halte mich lange im Internetcafé beim Schachspielen auf.</p>
<p><span id="more-4455"></span></p>
<p>In einigen Straßencafés sehe ich Frauen, die ihr Gesicht ganz eingecremt haben. Ich vermute, dass sie ihre Haut bleichen. Diese Creme wird hier verkauft, wie in Deutschland das Shampoo. Seltsamerweise sehen diese Frauen aus, wie die Buschmenschen, die sie noch vor ein oder zwei Generationen gewesen waren.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4456" title="P03-05-09_1238[02]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p03-05-09_123802.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P03-05-09_1238[02]" width="450" height="337" /></p>
<p>Ich will mir ernsthaft überlegen, ob ich nicht für einen Monat nach Bali fahre und mich dort an den Strand lege. Ich könnte für 50 Euros von Jakarta nach Bali fliegen. Doch ich merke, dass ich keine Lust mehr habe. Ich bin nun fast dreieinhalb Jahre unterwegs und ich merke, dass es zu mühselig ist, einen guten Ort zu finden, wo ich länger bleiben und schreiben kann.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4457" title="P03-05-09_1244[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p03-05-09_124401.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P03-05-09_1244[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>In einer Zeitung lese ich, dass die Reisfelder im Norden von Bali mit Zementhäuser zersetzt sind. Seit 2003 wird dort hauptsächlich von Europäern gebaut. Sie verbauen sich exakt das, wofür sie dort sind. Also werden sie bald wegbleiben und die Ruinen hinter sich lassen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4468" title="P03-05-09_1246" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p03-05-09_1246.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P03-05-09_1246" width="450" height="337" /></p>
<p>Eine halbe Stunde bevor ich zum Flughafen muss, läuft mir der Hotelmanager über den Weg. Seit Tagen habe ich davon geredet, dass wir ein Bier trinken sollten. Jetzt ist es soweit. Wir unterhalten uns gut. Dann falle ich stockbetrunken ins Taxi und habe keine Ahnung, ob ich mein Gepäck auf dem Bürgersteig stehen gelassen habe.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4458" title="P03-05-09_1256[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p03-05-09_125601.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P03-05-09_1256[01]" width="408" height="544" /></p>
<p>Im tiefgekühlten Flughafen beobachte ich isoliert herumsitzende Europäer, die gar nicht auf die Idee kommen, aufeinander zuzugehen und sich zu unterhalten. Es besteht kein Grund dazu. Jeder hat sich längst angelesen, wo er hinfliegt und vermutlich bereits sein Zimmer im Internet reserviert. Es ist ein wenig seltsam. Selbst vor 20 Jahren wäre es kaum möglich gewesen. Man war automatisch aufeinander zugegangen und hatte sich gegenseitig informiert. Die Reise durch den südlichen Archipelago Indonesiens wäre anders gar nicht möglich gewesen. Diese Zeiten scheinen tatsächlich vorbei zu sein.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4459" title="P03-05-09_1346" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p03-05-09_1346.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P03-05-09_1346" width="408" height="544" /></p>
<p>Im Flugzeug steigen Parfümwolken auf der Klimaanlage. Vermutlich soll es den Gestank des Desinfektionsmittels überlagern. Natürlich ist der Flieger so heruntergekühlt, dass alle bereits vor dem Abflug frieren.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4460" title="P03-05-09_1411[02]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p03-05-09_141102.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P03-05-09_1411[02]" width="450" height="337" /></p>
<p>Kurz vor Mitternacht komme ich in Jakarta an. Mir schlagen 30 Grad und Nebenschwaden entgegen. Die privaten Taxifahrer stützen sich wie Aasgeier auf mich. Für ein kleines Trinkgeld ruft der Mann am Getränkestand ein Hotel an, das mich mit einem Shuttle abholt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4461" title="P03-05-09_1412[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p03-05-09_141201.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P03-05-09_1412[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Das Hotel und die Zimmer sind zwar makellos sauber, doch vor lauter Desinfektionsmittelgestank kann ich nicht schlafen. Wutentbrannt stehe ich wieder auf und ich bin bereit, die Nacht vor dem Fernseher zu verbringen. Ich werde in das nahe liegende Stammhotel gebracht, wohl in der Hoffnung, dass ich dort ein paar Tage lang bleiben werde. Für ein paar Stunden kann ich durchschlafen. Dann will endlich aus diesen Klauen raus.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4462" title="P03-05-09_1422" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p03-05-09_1422.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P03-05-09_1422" width="450" height="337" /></p>
<p>Ich stelle mich mit meinem Gepäck an die Strasse und lasse mich von einem Taxi ins Zentrum von Jakarta fahren. In dem dichten Verkehr bekomme ich einen Vorgeschmack darauf, was in den nächsten Tagen auf mich zukommt. Es ist nicht die erste 20 Millionenstadt, in der ich mich bewege, doch meine Nackenhaare stellen sich bereits hoch.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4463" title="P03-05-09_1433[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p03-05-09_143301.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P03-05-09_1433[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Da ich ein wenig mit dem Taxifahrer ins Gespräch komme, fährt er mich durchs Jaksa Viertel und in die benachbarte Luxusvillengegend. Stolz erklärt er mir, dass dort Sukarno seine Villa hat. Ich sage dem guten Mann gleich, dass er wieder zum Jaksa Viertel zurückfahren soll. ‚Nicht wegen des Geldes, sondern weil ich ein Masochist bin.’ Nach 2 Jahren Asien habe ich einen Blick für Hotels entwickelt. Ich gehe gleich ins größte Hotel am Platz. Der Preis stimmt einigermaßen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4464" title="P03-05-09_1436" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p03-05-09_1436.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P03-05-09_1436" width="450" height="337" /></p>
<p>Ich gehe gleich eine Runde um den Block, damit ich weiß, wo ich bin. Überall stinkt es zum Himmel. Die Abwässerkanäle liegen alle im Prinzip offen und sind nur mit Zementplatten abgedeckt. Das ganze nennt sich dann Bürgersteig. Der Verkehr und die Auspuffgase sind unerträglich.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4465" title="P03-05-09_1436[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p03-05-09_143601.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P03-05-09_1436[01]" width="450" height="337" /></p>
<p>Mir ist klar, dass ich in endgültig die Nase voll von Asien habe. Es wird nicht besser werden, auch wenn ich in Richtung Bali fahren sollte. Die guten alten Backpackerzeiten sind vorbei. Ich behalte Indonesien besser so in Erinnerung, wie ich es vor 23 Jahren erlebt hatte, als wir von Singapore den ganzen indonesischen Archipelago bis nach Flores runter gefahren waren. Ich erinnere mich an viele Momente so gut, als wenn es gestern gewesen wäre.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4466" title="P03-05-09_1438" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p03-05-09_1438.jpg?w=450&#038;h=337" alt="P03-05-09_1438" width="450" height="337" /></p>
<p>In einem heruntergekommenem Reisebüro versuche ich in Erfahrung zu bringen, wo ich mich befinde und wo das Zentrum von Jakarta ist. Eine einfache Frage. An der Wand hängen große Karten von Indonesien und Jakarta. Doch der junge Indonesier versteht mich nicht. Er vermutet, dass ich zu einer Shopping Mal will. Eine Stimme ruft uns aus einem hinteren Zimmer. Der junge Indonesier winkt mir, ihm zu folgen. In dem großen Hinterzimmer ist jeder Quadratzentimeter Wand mit Fotos zugehangen. Hinter einem großen Schreibtisch sitzt ein europäisch aussehender Mann mit länglichen schwarzen Haaren, die ihm am Kopf pappen. Er redet auf eine menschengroße Gorillapuppe ein, die auf einer Couch gleich neben dem Eingang, neben mir, sitzt. Als ich die Situation erkenne, mache ich einen innerlichen Satz. Es ist ein wenig, als wenn man meint durch ein Loch in eine entgleiste Realität getreten zu sein. Ich mache ein paar zögerliche Schritte auf den Mann hinter dem Schreibtisch zu und höre ihm aufmerksam zu. Ich geschliffenem Englisch erklärte er mir nicht, wo das Zentrum ist, sondern doziert an mir vorbei in Richtung der Gorillapuppe. Ich habe das seltsame Gefühl, dass der Mensch seit Jahrzehnten in dieser Situation verwachsen ist. Er könnte ein Mischling sein. Er könnte genauso gut ein Europäer sein, der schon lange seinen Weg verloren hat und nicht mehr zurück kann. Gerade kommt mir der Gedanke, dass er blind sein könnte – es würde alles erklären &#8211; doch da sieht er mir auch schon in die Augen während er unvermindert weiterdoziert. Ich merke, dass sein Englisch kleine Macken hat, die nicht durch das Einrosten der Sprache entstanden sind. Da werde ich auch schon entlassen. Ich versuche, in den mir verbleibenden Sekunden so viel wie nur möglich von dieser Situation aufzusaugen, bedanke mich und gehe benommen hinaus. Alles in mir schreit danach, Fotos zu machen und mich mit diesem Menschen zu unterhalten. Doch da lande ich auch schon auf der Straße. Der Gestank und der Verkehr reißt mich davon. Mir ist klar, dass ich gerade einer dieser seltenen Momente erlebt habe, die immer rarer werden.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4467" title="P03-05-09_1439[01]" src="http://markushansen.files.wordpress.com/2009/05/p03-05-09_143901.jpg?w=408&#038;h=544" alt="P03-05-09_1439[01]" width="408" height="544" /></p>
<p>Am Abend sehe ich den weißhaarigen Australier an einer Bar sitzen, der mir seltsam bekannt vorkommt. Ich bin ihm unterwegs begegnet und überlege fieberhaft, wo es gewesen sein könnte. Ich gehe spontan auf ihn zu und dann kommt es wieder. Ich erkläre ihm, dass ich ihn in Singapore vor einem Backpacker beobachtet hatte, wo er gefilmt worden war. Doch anstatt etwas darüber zu erzählen, fragt er mich, ob er mir nun ein Bier schulde. Nun gut. Dann eben nicht. ‚Amüsier dich selber.’ Er wird schon wissen, was es bedeutet. Es war ein langer Tag und ich liege eh viel lieber im Bett und sehe mir endlich mal vernünftige Nachrichten an.</p>
<p>Bereits am Abend merke ich, dass ich eine Migräne bekomme. Ich werde mich schnell entscheiden müssen, wie es weitergehen soll, bevor mich die Migräne von den Beinen reißt und ich wieder ewig brauche, um zu mir zu kommen.</p>
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